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Bundeswehr verliert bei den Afghanen an Ansehen

Bundeswehr verliert bei den Afghanen an
Ansehen
obwohl man sich schon so lange bemüht …


Der Deutsche möchte geliebt werden. Schon allein wegen seiner Tüchtigkeit. Aber zackzack.
Der nackte Feind 1/3 – antiislamische Kunst  in Europa

mehr Deutsch-afghanische Geschichte

Prokrustes, Aufstieg, deutsches Wesen …
Raus aus der Regionalliga!

Mag sein, dass die einsame und folgenreiche Entscheidung des Oberst Klein, Anfang September in Kundus einen NATO-Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Benzintanklastwagen anzufordern, noch zu einer deutschen Reifeprüfung wird, 20 Jahre nach Wiedererlangung voller Souveränität.“

Frau Stelzenmüller wusste schon vor 10 Jahren  deutsches linksliberales Kleinklein incl. Fragen der Moral mit dem großen geopolitischen Wurf zu verbinden. Souverän werden bedeutet Bomben zu werfen, das galt schon im Kosovo. Und welche Region der Welt in den nächsten vier Jahren jeweils dran glauben muss, soll  fein abgestimmt, geplant als Sicherheitsstrategie vom Bundestag verabschiedet werden. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen liest sich jetzt so:
Deutschlands Staatsraison ist es vor allem, dieses Gemeinschaftsmodell – die offene Bürgergesellschaft westlicher Prägung – zu verteidigen. Am wirksamsten tun wir das nach wie vor, indem wir es exportieren …

Wer/was stört dabei? Systeme kollektiver Sicherheit: „... nostalgische Verklärung der KSZE gehört nicht dazu.“ Über die UNO verliert die Dame kein Wort, Grundgesetz, Verfassung sind keiner Erwähnung wert.  Es passt der Dame  nicht, „… dass sicherheitspolitische Grundsatzentscheidungen hierzulande immer wieder in das Prokrustesbett eines moralischen, bündnis- oder innenpolitischen Sachzwangs gepresst werden.
Moralische Sachzwänge (wie sie aus den Erfahrungen der deutschen Geschichte in deutsches Recht  gegossen wurden), vergleicht sie mit Prokrustes, dem üblen Wegelagerer und Unhold. „Sicherheitspolitische Grundsatzentscheidungen“ nehmen also die Rolle des harm- und arglosen Wanderers ein in ihrem Bild. Sie mäanderten bisher noch ein wenig (ein bißchen Krieg, ein bißchen Frieden), das stimmt zumindest …

mehr Bomben in Afghanistan

Analyse zur Afghanistan-Strategie der USA, Abteilung Kunduz

USA schicken 2500 Soldaten ins Bundeswehrgebiet

Meine Haltung zum Einsatz der Bundeswehr im Afghanistankrieg ist ja mannigfach dokumentiert. Jenseits dieser grundsätzlichen Frage darf ich mich daher dieser Ungeheuerlichkeit des amerikanischen Vorgehens von einer anderen Seite widmen.

Deutschland ist die sog. Lead Nation im Regionalkommando Nord von ISAF. Die Bundeswehr stellt somit den Regionalkommandeur, einen Offizier im Rang eines Brigadegenerals. Ihm sind sowohl die deutschen Truppenteile, als auch die Kontingente Ungarns, Norwegens und Schwedens unterstellt. Über alle, derzeit gut 5000 Soldaten, übt er die Kommandogewalt aus, die in der NATO mit „Operational Command“ bezeichnet wird und so definiert ist:

<Operational Command (OPCOM): the authority granted to a commander to assign mission or tasks to subordinate commanders to deploy units to reassign forces and to retain or delegate operational control (OPCON) or Tactical Control (TACON) as may be deemed necessary. It does not of itself include responsibility for administration or logistics>

Seine Kommandogewalt betrifft also alle einsatzrelevanten Maßnahmen. Für die deutschen Soldaten hat er zusätzlich natürlich die volle Kommandogewalt, wie sie auch ein Kommandeur im Inland ausübt, z. B. die Disziplinargewalt. Die nichtdeutschen Kontingente sind national ihrem höchsten Offizier vor Ort unterstellt. Die Varianten OPCON und TACON spielen im hier zur Debatte stehenden Kontext keine Rolle.

So verhält sich dies auch im Regionalkommando Süd, das rotierend von Kanada, Holland oder Großbritannien geführt wird. In der Publikationsliste des kanadischen Parlaments ist nachzulesen, dass der nationale kanadische Kontingentführer seine einsatzrelevanten Befehle vom Kommandeur des Regionalkommandos Süd erhält:

Brigadier General Laroche receives operational orders from the Commander of ISAF Regional Command (South).

Analog gilt diese einheitliche Kommandostruktur für alle übrigen Regionalkommandos. Das bedeutet, dass die operative Gesamtverantwortung (OPCOM) für alle militärischen Maßnahmen beim jeweiligen Kommandeur des Regionalkommandos liegt.

Mit der Stationierung von US-Truppen im Regionalkommando Nord wird diese Regelung durchbrochen. Jedenfalls ist nicht davon auszugehen, dass der ISAF- Befehlshaber  McCrystal die 2 500 zusätzlichen Soldaten dem deutschen Kommandeur des Regionalkommandos Nord für den Einsatz unterstellt. Dies ist besonders schwerwiegend mit Blick auf die 1 500 Soldaten einer US-Fallschirmjägerdivision, die neben  den 1 000 Soldaten nach Kunduz verlegt werden, um die afghanische Armee auszubilden. Die Fallschirmjäger haben den Auftrag, Offensivoperationen gegen Aufständische durchzuführen. Meine Prognose: Sie werden dies in eigener Verantwortung und unter OPCOM von COMISAF tun. Politisch zu bewerten sind die folgenden Aspekte der amerikanischen Maßnahme:

* Mit dieser Entscheidung wird für alle Welt sichtbar Druck auf die Bundesregierung und das Parlament ausgeübt, das deutsche Kontingent deutlich aufzustocken.
*    Aus dem BMVg ist zu vernehmen, dass die Maßnahme begrüßt wird. Soweit dies von militärischer Seite kommt, ist das nicht weiter verwunderlich: jahrzehntelange US- and Nato-Gehirnwäsche hinterlassen die gewollten Spuren.
*    Allerdings ist das dröhnende Schweigen der Bundesregierung zu dem Vorgang mehr als auffällig. Meine Vermutung: das ist eine konzertierte Aktion, um sich vor dem Hintergrund der Tankwagenaffäre ein Alibi zu verschaffen, obwohl dies als Signal in den Rest der Welt verheerend wäre.
·*   Der deutsche Kommandeur wird zum Frühstücksdirektor degradiert. Er kann künftig keine eigenen taktischen Entscheidungen mehr treffen, ohne sich mit den Amerikanern abzustimmen. Gleichzeitig dürfte er von deren Entscheidungen bestenfalls informiert werden, aber keinen Einfluss auf sie haben (Wir haben dies bereits bei Operationen der Special Forces im Raum Kunduz erlebt). Nota bene: Er übt de jure OPCOM aus! Das bedeutet, dass die Bundeswehr zwangsläufig weiter in den Sog der Aufstandsbekämpfung gerät, weil die US-Truppen mit COMISAF im Rücken die Standards des Vorgehens setzen. Und exakt dies ist neben dem öffentlich zu erzeugenden Druck für mehr Soldaten nach meiner Einschätzung das zweite Hauptziel der Verlegungsentscheidung. Motto: den deutschen Weicheiern etwas Dampf machen.

Fazit: Das Mandat, ohnehin auf Fiktion und abenteuerlichen Rechtskonstruktionen aufgebaut, wird immer mehr ausgehöhlt.

Jochen Scholz

mehr Bomben in Afghanistan

  1. Dezember 19, 2019 um 5:14 am

    Oberst Georg Klein, der Mörder von 140 Menschen, wurde zum General befördert

    Oberst Georg Klein, der Mörder von 140 Menschen, wurde zum General befördert.

    https://www.graswurzel.net/gwr/2012/09/vom-kriegsverbrecher-zum-general/

    Dies nur zur beständigen Erinnerung an diesen Kriegsverbrecher, der als gläubiger Katholik (!) hoffentlich seine verdiente Strafe von Satan persönlich bekommen wird. Hoffentlich ist die Hölle heiß genug, so heiß wie die explodierenden Tanklaster am Kundus-Fluss.
    Die korrumpierte Judikative in Deutschland ist ja niemals in der Lage, Recht zu sprechen, wenn es um die wirklich großen Verbrechen geht.
    Und die Bundeswehr hat mit Georg Klein unmissverständlich demonstriert, dass kein Soldat Angst vor Bestrafung haben muss, wenn er (mittlerweile auch sie) Kriegsverbrechen begeht. Es ist bereits wieder alles erlaubt im aufkommenden neuen Faschismus wertewestlicher Prägung.

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