Startseite > Geo Politik > Der Betrug mit den Umwelt Zertifikaten

Der Betrug mit den Umwelt Zertifikaten

OLAF, die EU Betrugs Behörde, ermittelt in dem Betrug von EU Staaten mit den Klima Zertifikaten. Aber in China, ist man offensichtlich darauf spezialisiert. Die Deutsche Bank, war auch in diesem Betrug führend

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhebt in dem Mammut-Verfahren rund um den Umsatzsteuerbetrug mit CO2-Zertifikaten Anklage gegen acht Mitarbeiter der Deutschen Bank. Nach SPIEGEL-Informationen soll eine internationale Verbrecherorganisation Emissionsrechte über Ländergrenzen hinweg im Kreis verschoben und so Umsatzsteuern in Höhe von mindestens 136 Millionen Euro hinterzogen haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Lambert Schneider Rechte: WDR Bild vergrößernLambert Schneider

Lambert Schneider, Berater für internationale Klimapolitik: „Als ich die Daten gesehen habe, bin ich wirklich fast vom Stuhl gefallen.“

Man könnte von einem Klimakrimi sprechen. Und darum geht es: Kohlekraftwerke in Deutschland und Chemiefabriken in China. Beide sind schicksalhaft miteinander verbunden, denn viele deutsche Kraftwerke dürfen nur deshalb noch so viel CO² in die Luft blasen, weil in chinesischen Fabriken klimaschädliche Treibhausgase vernichtet werden. Klima-Zertifikatehandel nennt sich das, und war eigentlich gut gemeint.

Lambert Schneider, Berater für internationale Klimapolitik: „Die Grundidee ist, dass dadurch Entwicklungsländer Investitionen bekommen in nachhaltige Technologien und die Industriestaaten ihre Klimaschutzverpflichtungen kostengünstiger erfüllen können, weil es eben oft billiger ist in Entwicklungsländern Klimaschutz zu machen als hier. Und weil es für die Atmosphäre eigentlich egal ist, wo die Treibhausgase ausgestoßen werden.“

Grafik Rechte: WDR Bild vergrößernGrafik

Die Hauptrolle in diesem Stück spielt ein regelrechter Klima-Killer genannt HFC-23. Das Treibhausgas ist ein Abfallprodukt. Es entsteht bei der Herstellung von Kühlmitteln. HFC zerstört die Ozonschicht der Erde und ist in Europa verboten. Ein Treibhausgas, 11.700-mal schädlicher als CO². Und genau deshalb können einige Hersteller in den Entwicklungsländern viel Geld damit verdienen. Wenn sie eine Tonne CO² in ihrer Fabrik vermeiden, erhalten sie dafür ein so genanntes Klimazertifikat. Vernichten sie eine Tonne HFC, bekommen sie sagenhafte 11.700. Die können sie dann – etwa an deutsche Energieversorger – weiter verkaufen. Die brauchen die Zertifikate, weil ihre Kraftwerke zu viel Dreck machen. Mit den Zertifikaten aus den Entwicklungsländern können sie sich freikaufen und die Anlagen weiter laufen lassen. Ein moderner Ablasshandel, den sich 19 Chemiefabriken auf der Welt teilen. Die meisten davon in China und Indien. Aber aus diesen wenigen Anlagen stammt – man glaubt es kaum – die Hälfte aller weltweit gehandelten Klimazertifikate. Es geht um Milliarden Euro, doch geht es auch ums Klima? Genau das wollte Lambert Schneider erfahren. Er nahm alle verfügbaren Zahlen und Fakten der Projekte genau unter die Lupe. Im Auftrag der Umweltorganisation CDM Watch. Und er kam zu einem erstaunlichen Schluss.

Lambert Schneider Rechte: WDR Bild vergrößernLambert Schneider

Lambert Schneider, Berater für internationale Klimapolitik: „Die Daten legen eigentlich nahe, dass die Anlagen mehr Treibhausgase produzieren als sie sonst tun würden, um diese danach zu zerstören und dafür Zertifikate zu bekommen. Das heißt, dass wahrscheinlich ohne diesen Mechanismus weniger Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen werden würden.“

Fabrik im Nebel Rechte: WDR Bild vergrößernDie chinesische Stadt Zigong

Mehr klimaschädliche Treibhausgase als nötig, nur um Zertifikate zu verkaufen? Wir wollen uns das genauer anschauen. Zum Beispiel in der chinesischen Stadt Zigong. Hier liegt eine der zertifizierten Anlagen, die am großen HFC-23-Geschäft beteiligt ist. Als wir filmen, wird unser Team von der Polizei festgehalten und an näheren Aufnahmen der Anlage gehindert. In Zigong werden Kühlmittel hergestellt – angeblich für den Handel. Doch merkwürdig, produziert werden sie offenbar, solange es für das Abfallprodukt HFC auch Zertifikate gibt. Deren Anzahl wird pro Jahr von der UNO begrenzt. Ist gerade kein Verkauf von Zertifikaten möglich, scheint die Fabrik in Zigong ihre Produktion nahezu einzustellen, jedes Mal. Kein Wunder, meint Eva Filzmoser von der Umweltorganisation CDM Watch. Für sie liegt das Motiv auf der Hand.

Eva Filzmoser Rechte: WDR Bild vergrößernEva Filzmoser

Eva Filzmoser, Umweltorganisation CDM Watch (Übersetzung MONITOR): „Für jedes Klimazertifikat bekommen die Firmen 12 Euro. Das ist 70-mal soviel wie die Vernichtung des Gases kostet. Unter dem Strich verdient damit eine Fabrik zig Millionen Euro im Jahr, viel mehr als mit ihrem eigentlichen Produkt.“

Grafik Rechte: WDR Bild vergrößernGrafik

Eine weitere zertifizierte Fabrik in der Stadt Changshu. Auch hier geschieht Seltsames. Auch hier werden Kühlmittel hergestellt. Doch offensichtlich fällt bei der Produktion mal mehr und mal weniger von dem Klimakiller HFC an. Solange es dafür Geld gibt, entsteht viel von dem lukrativen Abfallgas, zeigen UN-Daten. Ist gerade kein Verkauf von Zertifikaten möglich, produziert die Anlage fast ohne Schadstoffe. Gibt es erneut Zertifikate, fällt plötzlich auch wieder viel vom lukrativen Abfallgas an.

Lambert Schneider, Berater für internationale Klimapolitik: „Ja, das war eigentlich das Projekt, was ich am interessantesten fand, wo ich fast vom Stuhl gefallen bin, als ich die Zahlen gesehen habe. Die haben tatsächlich in dem Moment, wo sie keine Zertifikate bekommen haben, deutlich weniger Treibhausgase produziert, zu einer Rate, wo man gar nicht dachte, dass das technisch möglich ist und in dem Moment, wo sie wieder Zertifikate bekommen haben, haben sie auf einmal viel mehr Treibhausgase hergestellt.“

Mehr Treibhausgase, also mehr Umweltbelastung durch Klimazertifikate? Im UN-Klimasekretariat in Bonn sind die Fachleute alarmiert. Hier wurde jetzt eine offizielle Untersuchung eingeleitet.

Lex de Jonge Rechte: WDR Bild vergrößernLex de Jonge

Lex de Jonge, Methodenausschuss UN-Klimasekretariat (Übersetzung MONITOR): „Ich nehme die Analyse sehr ernst und das Exekutivkomitee auch. Denn wenn der Zertifikatehandel zur Folge hätte, dass letztlich mehr Treibhausemissionen entstehen als ohne den Zertifikatehandel, dann heißt das, man benutzt in den Industrieländern Verschmutzungsrechte, für Luftverschmutzungen, die es sonst gar nicht gegeben hätte. Das ist völlig inakzeptabel.“

Die meisten der deutschen Firmen, die von den HFC-Zertifikaten profitieren, sehen bislang keinen Handlungsbedarf, warum auch? Mehr Abfallgas in Asien bedeutet noch mehr billige Verschmutzungsrechte. Umweltschutz absurd – aber ganz legal.

Eva Filzmoser, Umweltorganisation CDM Watch (Übersetzung MONITOR): „Die Firmen müssen sich fragen, ob sie ihre Klimaverpflichtungen wirklich mit diesen zweifelhaften Billigzertifikaten erreichen wollen, die die Emissionen nicht wirklich verringern, sondern eher nach oben treiben.“

Lambert Schneider wird dran bleiben und weiter ermitteln. Denn hinter dem Gas mit dem schwierigen Namen HFC-23 steht ein Milliardendeal, der die Klimaziele der Vereinten Nationen zunichte machen könnte.

Sonia Seymour Mikich: „Wirklich Umweltschutz absurd. Mehr Fakten dazu im Internet. Manchmal passiert eben das Falsche oder viel zu wenig. Und wir, wir sind grandiose Verdränger.“

Mehr zum Thema

ARD

Energiekonzerne setzen mit ihren Lakaien Regierung unter Druck

In einem Appell solidarisieren sich einige Manager und abgehalfterte Politiker mit dem Wunsch der Energiekonzerne, weiter auf Kohle und Atomenergie zu setzen

Nun ist Bundeskanzlerin Merkel wirklich einmal gefordert. Die Atomlobby macht massiven Druck, nun wurden auch noch Manager und gescheiterte Politiker von den Energiekonzernen bemüht – man darf sich fragen, zu welchen Gefälligkeiten -, um für alte Atomenergie und Kohle zu werben, die vor allem den großen Konzernen Gewinne bringen, während man sich vor dem Schritt in die Zukunft, Klimaerwärmung hin oder her, verschließt.

………

http://www.heise.de/tp/blogs/2/148242

update: 24.8.2015

Klimaschutz-Zertifikate: Die Gelddruckmaschine

Von

Industrie im russischen Norilsk (Archivbild): "Dies ist eine vorsichtige Schätzung" Zur Großansicht

Getty Images

Industrie im russischen Norilsk (Archivbild): „Dies ist eine vorsichtige Schätzung“

Der Zertifikate-Handel war mal eine gute Idee: Das Klima sollte davon profitieren. Doch tatsächlich bereicherten sich oft nur Geschäftemacher. Eine Studie zeigt, wie dreist bei internationalen Klimaschutzprojekten getrickst wurde.

Wenig Zeit? Am Textende gibt’s eine Zusammenfassung.


Die Idee ist eigentlich simpel: Wenn es um den Schutz der Erdatmosphäre vor zu viel Treibhausgas geht, sind Staatsgrenzen erst einmal ziemlich schnuppe. Es ist egal, in welchem Teil der Welt Emissionen eingespart werden – das Ergebnis zählt.

Die Architekten des Kyoto-Protokolls sahen das ebenfalls so. Sie schufen zwei Mechanismen, bei denen ein Staat einen anderen beim Klimaschutz unterstützen kann. Dafür erhält er Zertifikate, die er auf die eigene Bilanz anrechnen darf.

  • Beim sogenannten Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, kurz CDM) laufen die Geschäfte zwischen einem Industrie- und einem Entwicklungsland,
  • bei der Gemeinsamen Umsetzung (Joint Implementation, kurz JI) zwischen zwei Industrieländern.

So sollte Klimaschutz billiger und effektiver werden. Sollte, wie gesagt.

Denn wie so oft im Leben: Simple Ideen sind oft nur auf den ersten Blick simpel. Am CDM gab es schon vor Jahren Kritik. Viele der Projekte verhalfen zwar Unternehmen zu hohen Gewinnen, brachten fürs Weltklima aber keinen Nutzen.

Eine neue Studie zeigt nun, wie verkorkst große Teile der JI-Projekte waren: Demnach haben rund drei Viertel der Zertifikate sogar zu höheren Emissionen geführt.

Das Stockholm Environment Institute hat im Auftrag der Regierungen von Österreich, der Schweiz und Finnland die Effektivität des Klimaschutzinstruments untersucht. Die Wissenschaftler haben sich 60 JI-Projekte im Detail angesehen, etwa ein Zehntel der Gesamtmenge. Die Auswahl sei nach Ländern und Projektgruppen repräsentativ, sagt Lambert Schneider, einer der Autoren.

Das Ergebnis: Durch den JI-Mechanismus könnten die globalen Treibhausgasemissionen um umgerechnet rund 600 Millionen Tonnen gestiegen sein. „Dies ist eine vorsichtige Schätzung“, so Forscher Schneider. Karsten Karschunke von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt, der nicht an der Studie beteiligt war, hält das für eine „plausible Zahl“.

Große Mengen an Kyoto-Zertifikaten übrig

Warum sind die Emissionen insgesamt gestiegen, statt wie erhofft zu sinken? Um das zu verstehen, muss man sich das System im Detail ansehen: Wenn ein Land ein JI-Zertifikat ausstellt, muss es eigentlich seinen Treibhausgas-Ausstoß entsprechend reduzieren.

Aber das gilt nur bedingt für zwei Staaten, aus denen 90 Prozent der bisher ausgestellten JI-Zertifikate kommen: Russland und die Ukraine. Sie hatten, genauso wie Deutschland, beim Start des Kyoto-Protokolls große Mengen an Zertifikaten für die Wirtschaft erhalten. Weil die Industrie in Osteuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs großflächig zusammenbrach, brauchten sie diese jedoch nur zum Teil.

Deshalb konnten sie jetzt JI-Zertifikate ausstellen, ohne auch nur einen Kubikzentimeter Treibhausgas einzusparen. Gleichzeitig durfte ein anderer Staat dank des Zertifikats seine Emissionen steigen.

Fast zwei Drittel der betreffenden Verschmutzungsrechte sind nach Aussagen der Forscher im EU-Emissionshandelssystem gelandet. Das heißt: Bis zu 400 Millionen Tonnen CO2 wurden nur auf dem Papier eingespart – also ein Drittel der zwischen 2013 und 2020 versprochenen Emissionsreduktionen im Rahmen des EU-Handelssystems.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Eigentlich dürften nur Klimaschutzprojekte für JI-Zertifikate genutzt werden, die ohne den Emissionshandel nicht verwirklicht worden wären. Doch das war offenbar selten der Fall: Rund 73 Prozent der von den Forschern untersuchten Verschmutzungsrechte kamen aus Maßnahmen, die wohl auch ohne Zertifikatshandel durchgeführt worden wären. „Das ist wie Geld drucken“, sagt Vladyslav Zherzherin, ein Co-Autor der Studie.

Produktion klimaschädlicher Gase lohnte sich erst richtig

In einem zeitgleich mit der Studie veröffentlichten Artikel im Fachmagazin „Nature Climate Change“ zeigen die Forscher, welch absurde Folgen die Regeln des JI-Systems zum Teil hatten.

Konkret geht es um mehrere Projekte in Russland. Die Vermeidung von Klimagasen kostete hier deutlich weniger, als sich mit dem Verkauf der Zertifikate verdienen ließ. Also erhöhten Firmen sogar ihre Produktion an Klimakillern – um sich für deren Beseitigung gut bezahlen zu lassen.

Bei den betreffenden Projekten ging es um die Beseitigung der Gase HFKW-23 und SF6. Ersteres ist ein stark klimawirksames Kältemittel, das auch bei der Herstellung von Teflon und Polymeren anfällt, SF6 wird unter anderem als Isoliergas in der Elektrotechnik eingesetzt. In dem Artikel genannt werden unter anderem das Werk der Firma „KCKK Polimer“ in Kirovo-Chepetsk und das Unternehmen „HaloPolymer“ in Perm, wo diese Stoffe anfallen. Beide reagierten bisher nicht auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Die Daten des „Russian Registry of Carbon Units“ belegen aus Sicht der Forscher, dass Russland zunächst sehr strenge Regeln für die betreffenden JI-Projekte aufgestellt hatte. Im zweiten Quartal 2011 seien diese jedoch gelockert worden. Daraufhin sei die Produktion von HFKW-23 und SF6 in den betreffenden Firmen massiv gestiegen – weil ma……..

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/forscher-kritisieren-dubiose-klimaschutz-zertifikate-a-1049271.html

Kategorien:Geo Politik Schlagwörter: , ,
  1. Juli 2, 2015 um 4:13 am

    Das die Deutsche Bank als Betrugs Motor auch hier aktiv war, kann niemand überraschen

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: