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Die USA steuern den „globalen Terror“ aus Pakistan und dem Mittleren Osten

Von Ronald Reagan und dem Sowjetisch-Afghanischen Krieg zu George W. Bush und dem 11. September 2001

Von MICHEL CHOSSUDOVSKY, 7. Oktober 2010 –

Reagan Mudschaheddin„Die Vereinigten Staaten gaben Millionen Dollar aus, um afghanische Schulkinder mit Lehrbüchern zu versorgen, die mit gewaltverherrlichenden Bildern und militanten islamistischen Sprüchen gespickt waren. … Die Fibeln, die den Dschihad priesen und mit Zeichnungen von Gewehren, Geschossen, Soldaten und Sprengkörpern illustriert waren, haben seitdem den Lehrplan des afghanischen Schulsystems bestimmt. Sogar die Taliban verwendeten die in den USA gedruckten Bücher.“ (1)

„Die CIA bezahlte Anzeigen, die in Zeitungen und Rundbriefen auf der ganzen Welt veröffentlicht wurden und dazu aufforderten und motivierten, sich dem islamischen Dschihad anzuschließen.“ (2)

„Bin Laden rekrutierte 4.000 Freiwillige aus seinem eigenen Land (Saudi-Arabien, Anm. Red) und entwickelte enge Beziehungen zu den radikalsten Mudschaheddin-Führern. Er arbeite auch eng mit der CIA zusammen … Trotzdem behaupten CIA-Offizielle seit dem 11. September [2001], dass sie keine direkte Verbindung zu bin Laden hatten.“ (3)

Die wesentlichen Aussagen

  • Osama bin Laden, das von den USA aufgebaute Schreckgespenst, wurde zu Beginn des US-gesponserten Dschihad von der CIA rekrutiert. Er war damals 22 Jahre alt und wurde in einem von der CIA finanzierten Trainingscamp zum Guerillakämpfer ausgebildet.
  • Die Architekten der während der Reagan-Administration gestarteten verdeckten Operation zur Unterstützung des „islamistischen Fundamentalismus“ spielten nach den Anschlägen am 11.9.2001 auch eine Schlüsselrolle beim Anzetteln des „Globalen Krieges gegen den Terrorismus“.
  • Präsident Ronald Reagan traf 1985 im Weißen Haus mit den Anführern des islamischen Dschihad zusammen.
  • Unter der Reagan-Adminstration begann die US-Außenpolitik die „islamistischen Freiheitskämpfer“ vorbehaltlos und uneingeschränkt zu unterstützen. Heute werden die „Freiheitskämpfer“ als „islamistische Terroristen“ etikettiert.
  • In der Sprache der Paschtunen wird das Wort „Taliban“ als Bezeichnung für Studenten oder Absolventen der Madrasas – der Koranschulen – verwendet, die mit Unterstützung der CIA von wahhabitischen Missionaren aus Saudi-Arabien errichtet wurden.
  • In den Jahren vor dem Sowjetisch-Afghanischen Krieg war die schulische Erziehung größtenteils weltlich geprägt. Die verdeckte US-Operation zerstörte diese weltlich ausgerichtete Ausbildung. Die Anzahl der von der CIA finanzierten Koranschulen oder Madrasas wuchs von 2.500 im Jahr 1980 auf mehr als 39.000.
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Der Sowjetisch-Afghanische Krieg war Teil einer verdeckten Operation der CIA, die bereits unter der Regierung Carter vorbereitet wurde und die Finanzierung und aktive Unterstützung islamistischer Kampfgruppen zum Ziel hatte, die später als Al Qaeda bekannt wurden. Von Anfang an, also seit dem Ende der 1970er Jahre, spielte das Militärregime in Pakistan eine Schlüsselrolle in den von den USA finanzierten Militär- und Geheimdienstaktionen in Afghanistan. Nach dem Kalten Krieg wurde die zentrale Rolle Pakistans bei den Operationen der US-Geheimdienste auf den ganzen Mittleren Osten und Zentralasien ausgeweitet.

Seit Beginn des Sowjetisch-Afghanischen Krieges im Jahr 1979 wurden die islamistischen Brigaden von dem pakistanischen Militärregime aktiv unterstützt. Unter Anleitung der CIA wurde der Militärgeheimdienst Pakistans, der Inter-Services Intelligence / ISI zu einer mächtigen Organisation, einer Art Schattenregierung, die über viel Macht verfügte und einen enormen Einfluss ausübte.

Amerikas verdeckter Krieg in Afghanistan, in dem Pakistan als Operationsbasis diente, wurde schon unter der Regierung Carter – also noch vor der sowjetischen „Invasion“ – vorbereitet.

Nach der offiziellen Geschichtsschreibung setzte die Hilfe der CIA für die Mudschaheddin (die „afghanischen Freiheitskämpfer“, Anm. Red) erst in den 1980er Jahren ein, also erst nachdem die sowjetische Armee am 24. Dezember 1979 in Afghanistan einmarschiert war. Die Realität, die bisher sorgfältig kaschiert wurde, sah aber ganz anders aus. Tatsächlich hat Präsident Carter schon am 3. Juli 1979 die erste Direktive zur geheimen Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul unterzeichnet. Noch am gleichen Tag habe ich dem Präsidenten eine Nachricht zukommen lassen, dass diese Hilfe nach meiner Überzeugung ein militärisches Eingreifen der Sowjets provozieren werde.“ [Das sagte Zbigniew Brzezinski, der damalige Nationale Sicherheitsberater Carters, in einem Interview mit Le Nouvel Observateur. (4)

In seinen veröffentlichten Memoiren teilt Verteidigungsministers Robert Gates, der auf dem Höhepunkt des Sowjetisch-Afghanischen Krieges stellvertretender CIA-Chef war, mit, der US-Geheimdienst habe den islamistischen Brigaden bereits vor der sowjetischen Invasion Hilfe zukommen lassen.

Mit Unterstützung der CIA und durch die Weiterleitung der massiven US-Militärhilfe (an die Mudschaheddin, Anm. Red.) hat sich der pakistanische ISI zu einer „Schattenregierung entwickelt, die in allen Bereichen einen enormen Einfluss über die Köpfe der nominell Regierenden hinweg ausübte“.(5) Das Personal des ISI bestand aus Offizieren des Militärs und des Geheimdienstes, Bürokraten, Geheimagenten und Denunzianten und wurde auf insgesamt 150.000 Personen geschätzt.(6)

Gleichzeitig stärkten die CIA-Operationen auch das pakistanische Militärregime unter Führung des Generals Zia Ul-Haq.

Nachdem das Militärregime des Generals Zia Ul-Haq die Regierung Bhutto abgelöst hatte, wurden die Beziehungen zwischen der CIA und dem ISI immer besser. … Während des größten Teils des Sowjetisch-Afghanischen Krieges verhielt sich Pakistan den Sowjets gegenüber wesentlich aggressiver als die USA selbst. 1980, kurz nachdem das sowjetische Militär in Afghanistan eingefallen war, gab Zia [Ul-Haq] seinem ISI-Chef den Auftrag, auch die sowjetischen Teilrepubliken in Zentralasien zu destabilisieren. Die CIA stimmte diesem Plan erst im Oktober 1984 zu.“ (7)

Der ISI, der praktisch als verlängerter Arm der CIA agierte, spielte eine Hauptrolle bei der Weiterleitung der Unterstützung zu den paramilitärischen islamistischen Gruppen in Afghanistan und natürlich auch in den islamischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion.

Im Auftrag der CIA handelnd, war der ISI auch an der Rekrutierung und Ausbildung der Mudschaheddin beteiligt. In den zehn Jahren von 1982 bis 1992 wurden etwa 35.000 Muslime aus 43 islamischen Ländern rekrutiert, um im afghanischen Dschihad zu kämpfen. Die Madrasas in Pakistan, größtenteils mit Spenden aus Saudi-Arabien finanziert, wurden auch von den USA unterstützt, „weil sie islamische Werte vermittelten“. „Die Camps wurden praktisch zu Universitäten des künftigen islamistischen Radikalismus.“ (8) Die unter Anleitung der CIA von der ISI durchgeführte Ausbildung der Guerillakämpfer schloss auch die Vorbereitung auf gezielte Morde und Anschläge mit Autobomben ein.

„Die Waffenlieferungen erfolgten durch die pakistanische Armee und den ISI in die Rebellen-Camps, die in der Grenzprovinz im Nordwesten Pakistans in der Nähe der afghanischen Grenze lagen. Der Gouverneur dieser Grenzprovinz war Generalleutnant Fazle Haq, der [nach Angaben Alfred McCoys in seinem Buch The Politics of Heroin in Southeast Asia. CIA Complicity in the Global Drug Trade] „die Errichtung Hunderter Heroin-Labors in seiner Provinz erlaubte“. Ab 1982 fuhren die Lastwagen der pakistanischen Armee, welche die von der CIA beschafften Waffen aus Karatschi (in die Camps, Anm. Red.) brachten, meist mit Heroin aus Haqs Provinz beladen wieder zurück. ISI-Dokumente schützen sie davor, von der Polizei durchsucht zu werden.“ (9)

Osama bin Laden

Osama bin Laden, das von den USA aufgebaute Schreckgespenst, wurde zu Beginn des US-gesponserten Dschihad von der CIA rekrutiert. Er war damals 22 Jahre alt und wurde in einem von der CIA finanzierten Trainingscamp zum Guerillakämpfer ausgebildet.

Während der Reagan-Administration wurde Osama, der einer wohlhabenden saudischen Familie, den Bin Ladens, entstammte, damit beauftragt, Geld für die islamistischen Brigaden zu sammeln. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Spenden eingetrieben und Stiftungen gegründet. Diese Aktion wurde vom saudischen Geheimdienst, der unter Führung des Prinzen Turki al-Faisal stand, unterstützt und in engem Kontakt mit der CIA koordiniert. Die Gelder verschiedener Spender wurden verwendet, um die Rekrutierung von Freiwilligen zu finanzieren, die bereit waren, sich den Mudschaheddin anzuschließen. Al Qaeda, was auf Arabisch „Basis“ heißt, war eine Datensammlung über die Freiwilligen, die sich zur Teilnahme am Dschihad in Afghanistan verpflichtet hatten. Diese Datensammlung wurde ursprünglich von Osama bin Laden angelegt.

Die Reagan-Administration unterstützt den „islamistischen Fundamentalismus“

Der pakistanische ISI diente als „Bindeglied“ zu den Mudschaheddin. Die CIA brauchte den ISI, um ihre verdeckte Unterstützung der afghanischen Mudschaheddin zu kaschieren; die CIA hat diese also nicht direkt unterstützt. Mit anderen Worten, um seine verdeckte Operation nicht zu gefährden, hütete sich Washington davor, das eigentliche Ziel des durch die US-Regierung inszenierten „Dschihad“ zu offenbaren: Eigentlich ging es nur um die Zerschlagung der Sowjetunion.

Im Dezember 1984 wurde nach einem auf Betreiben des Präsidenten Muhammad Zi Ul-Haq durchgeführten manipulierten Referendums in Pakistan die Scharia eingeführt. Nur einige Monate danach, im März 1985, erließ Präsident Ronald Reagan die National Security Decision Directive 166 / NSDD 166, mit der er „eine abgestufte Militärhilfe für die Mudschaheddin“ und die Unterstützung der religiösen Indoktrination anordnete.

Die Einführung der Scharia in Pakistan und die Förderung der „radikalen Islamisten“ waren von der US-Politik beabsichtigte Maßnahmen, die den geopolitischen Interessen der USA in Südasien, Zentralasien und im Mittleren Osten dienten. Viele der heutigen „fundamentalistischen islamistischen Organisationen“ im Mittleren Osten und in Zentralasien sind das direkte oder indirekte Produkt der verdeckten Unterstützung und Finanzierung durch die USA, die über Stiftungen in Saudi-Arabien und den Golfstaaten in die Wege geleitet wurden. Missionare der wahhabitischen Sekte des konservativen Islams in Saudi-Arabien wurden damit beauftragt, die von der CIA (mit-)finanzierten Madrasas in Nordpakistan zu leiten.

Durch die NSDD 166 wurde eine Reihe verdeckter CIA/ISI-Operationen gestartet.

Die USA ließen die islamistischen Brigaden durch den ISI mit Waffen beliefern. Vertreter der CIA und des ISI trafen sich regelmäßig im ISI-Hauptquartier in Rawalpindi, um die US-Unterstützung für die Mudschaheddin zu koordinieren. Nachdem Reagan die NSDD 166 erlassen hatte, stieg die Versorgung der islamistischen Aufständischen mit von den USA finanzierten Waffen und Munition von 10.000 Tonnen im Jahr 1983 auf 65.000 Tonnen im Jahr 1987 an. „Zusätzlich zu den Waffen erhielten die Mudschaheddin auch militärisches Training und eine hochmoderne militärische Ausrüstung, darunter auch von Satelliten erstellte Karten und neueste Geräte zur Kommunikation.“ (10) William Casey, der damalige Direktor der CIA, beschrieb die durch die NSDD 166 ausgelösten Aktivitäten als die größte verdeckte Operation in der US-Geschichte:

Das US-Unterstützungspaket hatte drei wesentliche Komponenten: Hilfen bei der Organisation und der Logistik, Versorgung mit Militärtechnologie und ideologische Unterstützung zur Stärkung des afghanischen Widerstandes.

US-Experten für Aufstandsbekämpfung arbeiteten beim Aufbau von Mudschaheddin-Gruppen und der Planung von Operationen in Afghanistan eng mit dem pakistanischen ISI zusammen.

„Der wichtigste US-Beitrag war aber das Anheuern von Männern und die Beschaffung von Material aus der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus. Man suchte die härtesten und ideologisch gefestigtsten Männer aus, in der Hoffnung, sie zu hervorragenden Kämpfern ausbilden zu können. Die CIA bezahlte Anzeigen, die in Zeitungen und Rundbriefen auf der ganzen Welt veröffentlicht wurden und dazu aufforderten und motivierten, sich dem islamischen Dschihad anzuschließen.“ (11)

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Die Rolle der Neokonservativen

Auch hier gibt es Kontinuität. Die Architekten der unter der Präsidentschaft Reagans gestarteten verdeckten Operation zur Unterstützung des „islamistischen Fundamentalismus“ spielten auch eine Schlüsselrolle beim Anzetteln des „Globalen Krieges gegen den Terrorismus“ im Gefolge der Anschläge am 11. September 2001.

Mehrere Neokonservative in der Administration von Bush-Junior hatten auch schon unter Reagan wichtige Ämter.

Richard Armitage war stellvertretender Außenminister während George W. Bushs erster Amtszeit [2001-2004]. Er spielte eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen, die nach dem 11.9. mit Pakistan geführt wurden und den Überfall auf Afghanistan im Oktober 2001 ermöglichten. Während der Reagan-Ära war er als Staatssekretär im Verteidigungsministerium für die internationale Sicherheitspolitik zuständig. In dieser Funktion spielte er eine Schlüsselrolle bei der Durchführung der NSDD 163 (mit der die US-Politik gegenüber den Philippinen festgelegt wurde, Anm. Red.) und hielt auch Verbindung zum Militär und zum Sicherheitsapparat Pakistans.

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Hintergrund.de

Richard Armitage und Frank Wisner spielen eine besondere Rolle auch im Internationalem Drogen Handel.

siehe auch in Bosnien direkt durch Bill Clinton und im Balkan.

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