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Wissenschaftler: Indizien sprechen im Fall Barschel für Mossad-Mord

politik

20.11.2010, 11:09

Die Kurzmeldungen im Überblick

Spektakuläres Gutachten zum Tod Uwe Barschels: Toxikologische Daten deuten angeblich auf einen Mord hin.

Einer der wichtigsten Gutachter im Fall Uwe Barschel verdächtigt in einem neuen Gutachten den israelischen Geheimdienst Mossad, den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten ermordet zu haben.

60 Jahre Bundesrepublik - Barschel Bild vergrößern Uwe Barschel, 1987 bei der spektakulären „Ehrenwort“-Pressekonferenz in Kiel. (© dpa)

Die chemischen Analysedaten stimmten bis in Details mit einem Mordablauf überein, den der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky in einem Buch schildere, schreibt der Schweizer Toxikologe Prof. Hans Brandenberger in einem Beitrag für die Welt am Sonntag.

Es ist das erste Mal, dass sich der Wissenschaftler zur Frage nach den Tätern äußert. Der frühere Chefermittler im Fall Barschel, Heinrich Wille, sieht nun den Verdacht erhärtet, dass Barschel von einem professionellen Killerkommando getötet wurde. Brandenbergers Aufsatz enthalte neue Erkenntnisse, die geprüft werden sollten, wurde der ehemalige Leitende Oberstaatsanwalt von Lübeck zitiert. Einen konkreten Verdächtigen gebe es aber bis heute nicht.

Der CDU-Politiker Barschel war am 11. Oktober 1987 tot in einer Badewanne des Genfer Luxushotels Beau Rivage gefunden worden. Viele Fachleute gehen von einem Selbstmord aus, die Todesumstände wurden aber nie zweifelsfrei geklärt. Im Unterschied zu anderen Theorien beschreibe Ostrovsky ein Szenario, das mit den Analysedaten erstaunlich gut übereinstimmt, heißt es laut Welt am Sonntag in dem Papier Brandenbergers.

Auffällige Details in Ostrovskys Bericht, zum Beispiel die rektale Zufuhr von Beruhigungsmitteln und die zeitlich versetzte Verabreichung von Medikamenten, spiegelten sich im chemischen Befund wider, so der Toxikologe. Nach seiner Einschätzung belegen toxikologische Untersuchungen des Barschel-Leichnams, dass der CDU-Spitzenpolitiker weder durch Selbstmord noch durch Sterbehilfe ums Leben gekommen sein könne.

Die chemischen Befunde indizierten einen Mord, wobei aufgrund der Komplexität des Mordgeschehens davon ausgegangen werden müsse, dass ein Profiteam am Werk gewesen sei. Ex-Agent Victor Ostrovsky erklärte, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Tod Barschels überraschten ihn nicht. „Ich weiß ja, dass es so war“, wurde Ostrovsky zitiert. Der Autor, der bis heute nie offiziell von deutschen Ermittlern zum Geschehen von Genf befragt wurde, zeigte sich bereit zu einer Aussage: „Ich stehe den deutschen Strafverfolgungsbehörden jederzeit als Zeuge zur Verfügung, solange ich dabei in den USA bleiben kann.“

 

aus SZ

Victor Ostrovsky (hebräisch ויקטור אוסטרובסקי Wiktor Ostrowski; * 28. November 1949 in Edmonton, Alberta) ist ein ehemaliger israelischer Agentenführer, der als Schriftsteller in Kanada, den USA und im deutschsprachigen Raum bekannt wurde.

Leben [Bearbeiten]

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Victor Ostrovsky ist Sohn einer Israelin und eines Kanadiers jüdischer Abstammung. Er verbrachte seine Jugend in Israel und wurde mit 18 jüngster Offizier der israelischen Streitkräfte. Zunächst im Marinegeheimdienst der israelischen Marine tätig, wurde er Anfang der 1980er Jahre vom Mossad rekrutiert.

Er war vier Jahre für diesen Dienst tätig, zuletzt als Katsa, Auslandsagenteneinsatzführer. Anfang 1986 ließ der Mossad die Landung eines libyschen Gulfstream-II-Flugzeuges in dem Verdacht, führende Terroristen seien an Bord, erzwingen. Die Operation schlug fehl, da der Mossad vor Ort am libyschen Flughafen getäuscht wurde. Jedoch wurde Ostrovsky für das Scheitern der Operation verantwortlich gemacht, da er als Zwischenstation für die Weitergabe einer Nachricht eingesetzt gewesen war. Ostrovsky wurde zum einen wegen dieser Operation zum Ausscheiden bewogen, zum anderen spielte seine Desillusionierung eine wichtige Rolle. Er entfloh der sofortigen Einberufung in die israelische Armee. Mit Zwischenstopps in London und den USA verschlug es ihn zurück nach Kanada.

Zusammen mit Claire Hoy (* 1940), einem der bekanntesten Journalisten Kanadas, schrieb er ein Buch über seine Dienstzeit beim Mossad. Hoy selbst ist der Autor einiger Aufsehen erregender Bücher, darunter 1987 Friends in High Places, ein Enthüllungsbuch über den politischen Filz in der Regierungszeit des kanadischen Premierministers Brian Mulroney. Während dieser Zeit lebte er versteckt in Kanada, weil er um sein Leben fürchtete, da sein ehemaliger Arbeitgeber von seinem Vorhaben wusste und er mit einem Mordanschlag rechnete.

Thema der Bücher Ostrovskys sind Berichte über Mossad-Aktionen aus 20 Berichts-Jahren, etwa die Operation Sphinx (die Zerstörung des Atomversuchsreaktors Osirak im Süd-Irak im Juni 1981 durch israelische Kampfflugzeuge. Des Weiteren spricht Ostrovsky in seinem Buch von Einbrüchen bei amerikanischen Flugzeugherstellern, einer Diffamierungskampagne u.a. gegen den ehemaligen Wehrmachtsoffizier und damaligen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim und insbesondere von einer Verwicklung des Mossad in die Barschel-Affäre.

Im Herbst 1990 versuchte die israelische Regierung die Veröffentlichung seines Buches By Way of Deception in den USA per einstweiliger Verfügung untersagen zu lassen. Damit versuchte erstmals ein souveräner Staat, das Erscheinen eines Buches in den USA juristisch zu verhindern. Der Antrag wurde jedoch von einem US-amerikanischen Gericht abgewiesen.

Daraufhin wurde Ostrovsky ungefähr zwei Jahre lang von den nordamerikanischen Medien und Verlegern boykottiert.

Im Film Spy Game – Der finale Countdown über CIA-Agenten im Nahen Osten wurden viele Schilderungen über die Agentenausbildung aus dem Mossad-Buch übernommen.

Werke [Bearbeiten]

  • (mit Claire Hoy:) Der Mossad. Ein Ex-Agent enthüllt Aktionen und Methoden des israelischen Geheimdienstes, Bertelsmann, 1991, Buch-Nr. 04880 1 (By Way of Deception, Toronto, 1990). ISBN 3-442-15066-3 (Goldmann Sachbuch als TB: ISBN 3-426-77022-9)
  • Geheimakte Mossad. Die schmutzigen Geschäfte des israelischen Geheimdienstes, Bertelsmann, 1994 (The Other Side of Deception, New York, 1994). ISBN 3-570-12174-7 (Goldmann Sachbuch als TB: ISBN 3-442-12658-4)
  • Im Dienste des Mossad. Tatsachenroman, Knaur TB 60281, 1994 (Lion of Judah, Toronto, 1993). ISBN 3-426-60281-4

Weblinks [Bearbeiten]

  1. November 21, 2010 um 12:07 pm

    Natürlich wurde Barschel von Schakalen ermordet. Die Großbanken initieren Krieg durch das Prinzip ´Teile und Herrsche´. Wer finanziert sonst wohl Geheimdienste und Militär…
    Amerikanische Banken sind „seltsamerweise“ in privater Hand. Mit Europa verhält es sich bereits ähnlich.
    Wer so richtig wissen will was los ist, dem empfehle ich das Buch 334 Promille Lüge zu lesen. Aufgewacht liebe Mitbürger!

  2. November 24, 2010 um 1:18 pm

    Barschels Geister

    Markus Kompa 23.11.2010
    23 Jahre nach dem spektakulären Tod des Uwe Barschel beschäftigt nicht nur dessen Geist wieder die Medien – auch seine sterblicher Überreste und ein redseliger Ex-Spion sorgen für Aufmerksamkeit

    Barschels Geister
    Der talentierte Herr Ostrovsky
    ………………………
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33713/1.html

  1. November 20, 2010 um 6:54 pm

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