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Mark Thatcher und Ein Chefsöldner packt aus und belastet auch die deutsche Beteiligungsschiene

Cry Havoc – Ein Chefsöldner packt aus und belastet auch die deutsche Beteiligungsschiene

Dr. Alexander von Paleske —- 4.11. 2011 — Der Wonga Coup ist wieder in den Schlagzeilen. Grund dafür ist das Buch eines prominenten Afrika-Söldners namens Simon Mann Titel: „Cry Havoc“, das vergangene Woche herauskam und die britischen Bestellerlisten stürmt.

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Zur Erinnerung: Im März 2004 versuchte eine Gruppe, bestehend aus Glücksrittern, der britischen High Society angehörend, und südafrikanischen Söldnern, den kleinen aber sehr ölreichen westafrikanischen Staat Äquatorial Guinea zu erobern.

Dabei waren unter anderem:

-Sir Mark Thatcher, der missratene Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher,

– das Mitglied des britischen Oberhauses und Bestsellerautor Lord Jeffrey Archer, bereits wegen Meineids und Behinderung der Justiz vorbestraft,

– Eli Calil, windiger Geschäftsmann libanesischer Herkunft mit britischem Pass und Freund des Skandalministers im Kabinett Tony Blairs und späteren EU-Handelskommissars, Peter Mandelson,

– David Hart, Geschäftsmann und enger Freund der Thatcher Familie,

– Greg Wales, britischer Geschäftsmann mit Afrika Erfahrung und gutem Draht in das US-Aussenministerium,

um nur einige zu nennen.

Die deutsche Schiene
Aber auch die deutsche Luftfrachtfirma CAL/ACL, beheimatet in Offenbach, und geleitet seinerzeit von einem Thomas Rinnert, war offenbar beteiligt. Sie stellte Transportflugzeuge für den geplanten Transport von südafrikanischen Söldnern und Waffen bereit.

Wir haben mehrfach über diesen Putschversuch berichtet, der für den Angestellten der Luftfrachtfirma CAL/ACL , Gerhard Eugen Merz, mit dem Tod endete.

Merz hatte bereits in den 90er Jahren mit Unterstützung des britischen Mi6, des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, und offenbar auch des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) Massenvernichtungswaffen (Sarin und Senfgas) von China in den Iran geliefert, samt den Blaupausen zur Errichtung einer Fabrik zu deren Herstellung, wir berichteten ausführlich darüber.
Der Chefputschist Simon Mann wurde in Harare Simbabwe zusammen mit 69 südafrikanischen Söldnern im März 2004 verhaftet, und nach Verbüssung von 4 Jahren Gefängnis wegen Verletzung von Waffenbestimmungen pp. im Jahre 2008 nach Äquatorial Guinea ausgeliefert.

Dort wurde er wegen Hochverrats zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, aber bereits im November 2009 begnadigt.

Seine einflussreichen Freunde in dem Vereinigten Königreich Grossbritannien rührten in der Zwischenzeit keinen Finger für ihn, stritten ihre Putschbeteiligung vielmehr vehement ab , liessen Simon Mann sozusagen „absaufen“.

Ein Putschist packt aus
Simon Mann der von der britischen Verschwörercrew der einzige war, der im Gefängnis landete, sah nun keinen Grund mehr für irgendwelche Rücksichtnahmen, und packte aus.

Damit belastete er alle Personen schwer, die bis dato schon verdächtigt wurden, den Putschversuch unterstützt oder gar, wie Mark Thatcher, aktiv an der Vorbereitung beteiligt gewesen zu sein.

Mehr noch, Mann beschreibt in seinem Buch im Detail, dass sowohl die Regierungen der USA, als auch Grossbritanniens voll informiert waren, aber nichts unternahmen, um den Putschversuch aufzuhalten. Auch die Regierung Chinas soll angeblich informiert gewesen sein.

Die Vermutung, dass auch der deutsche Bundesnachrichtendienst voll informiert war, haben wir in früheren Artikeln bereits aus den Begleitumständen geschlossen.

Auch Merz wird gewürdigt
In seinem Buch findet auch der im Black Beach Gefängnis Malabos, der Hauptstadt Äquatorial Guineas, gestorbene Deutsche Gerhard Eugen Merz, gebührende Aufmerksamkeit: als Putsch-Mitbeteiligter.

Das ist von Bedeutung, denn ich hatte seinerzeit Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen die Verantwortlichen der Air Charter Firma ACL/CAL wegen Verdachts der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland, und versuchter Beihilfe zu versuchten mehrfachen Tötungsdelikten erstattet.

Die für Offenbach zuständige Staatsanwaltschaft Darmstadt stellte das Ermittlungsverfahren jedoch ein, nachdem der Beschuldigte Thomas Rinnert, Chef der Luftfrachtfirma, alles abstritt.
Ein Vorgehen, das seitens der Staatsanwaltschaft an Strafvereitelung im Amt (Paragraph 258a StGB) grenzt, denn mittlerweile hatte im Jahre 2006 der britische Journalist Adam Roberts in seinem Buch „Wonga Coup“ bereits im Detail nachgewiesen, nicht nur wer am Putsch beteiligt war, sondern auch wieviel Simon Mann der Firma CAL/ACL für ihre Putschbeteiligung bezahlt hatte.

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Adam Roberts – Wonga Coup – mittlerweile aktualisiert in der 2. Auflage

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, weigerte sich jedoch auf meine Beschwerde hin , substantielle Ermittlungen anzuordnen. Begründung: Thomas Rinnert ist glaubwürdig.

Rinnert hatte der Staatsanwaltschaft den Bären aufgebunden, er sei von Ölfirmen kontraktiert worden.

Man braucht nicht viel Phantasie um zu vermuten, was die Hintergründe dafür sind.

Ich werde deshalb nun erneut, im Hinblick auf die Details, die Simon Mann in seinem Buch liefert, Dienstaufsichtsbeschwerde, diesmal im hessischen Justizministerium, einlegen.

Einmal Söldner, immer Söldner

Nachzutragen bleibt noch, dass der Satz: „Einmal Söldner immer Söldner“ sich hier wieder einmal bestätigte.

Einige der Wonga Coup-Söldner und der Pilot Crause Steyl, wurden jüngst kontaktiert, um den mittlerweile getöteten libyschen Herrscher Gaddafi und seine Entourage aus Sirte herauszuholen, wie die britische Zeitung Independent und andere britische Blätter gestern berichteten.

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