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Die US Terroristen Bande mit Recep Erdogan im Desaster mit der ISIS im Irak

25 Milliarden $ haben die USA nur für den Aufbau des Irakischen Militär verpulvert einem Trottel Verein und „functional illerate“, identisch wie in Afghanistan und den Hirnlosen Mord Banden im Kosovo. Trotzdem macht man weiter in diesem Idioten System, immer mit kriminellen und korrupten Partner. Wie kriminell die USA und Partner sind, wurde durch die gehackten Strafor emails bekannt.

Iraq Oil Smuggling
Öl Schmuggel mit der Türkischen Mafia, MIT des gestohlenen Öls in Syrien

US Ambassador Jeffrey Feltman – Prinz Bandar Plan, um Syrien ins Steinzeit Alter zubomben

Mittwoch, 25. Juni 2014

Überblick: Der Vormarsch der ISIS und wem er nützt

Die Ereignisse in der Ukraine, der aktuelle Aufmarsch der NATO vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer gegen Russland und die Blockadepolitik der USA im UN-Sicherheitsrat erfordern derzeit unsere ganze Aufmerksamkeit.
In den nächsten Tagen wird „Hinter der Fichte“ darüber berichten. Die Putschisten der nach wie vor illegalen Junta in Kiew um Turtschinow, Parubij, Jazenjuk, Kolomoiskij, Awakow, Koval, Achmetow und Poroschenko bereiten sich auf die große Provokation a la Pearl Harbour gegen Russland vor. Eine False-Flag-Operation droht in zwei Tagen, um Russland zum Kriegseintritt zu bewegen.

Doch heute zunächst gesammelte Informationen über die Vorgänge im Irak. Danke an X. für die umfassende Materialzusammenstellung. Was wären wir ohne unsere Tausenden täglichen Leser.

 

„Guten Tag, als erstes eine gute Nachricht, die im Schatten von WM und Irak untergegangen ist: Die syrische Grenzregion um Kassab ist seit vergangenem Sonntag wieder befreit. (Siehe hier auf der Karte) Vor drei Monaten waren hier vor allem ausländische Islamisten in die vorrangig von Armeniern bewohnten Städte und Dörfer eingefallen – natürlich vom türkischen Staatsgebiet aus und unter Deckungsfeuer der türkischen Armee. (u.a. Abschuss eines syrischen Flugzeugs durch die Türkei, US Armenian group says Turkey assisting rebels in Kessab) Die dort lebenden Armenier sind Nachkommen der Flüchtlinge, die vor dem türkischen Massenmord an den Armenien vor 100 Jahren geflohen waren … Das ist doch tolle türkische Kontinuität.Auch hier „übersahen“ die gängigen Medien die schockierenden Details: Islamisten vom türkischen Staatsgebiet und  direkte türkische Unterstützung. 

 

Doch zurück zum Irak

Hier interessiert doch zu erfahren, wer denn hinter diesem – von der CIA und NSA ach so unbemerkten – militärischen Durchbruch der ISIS steht und was damit bezweckt wird. Die Reaktion der USA spricht Bände: Während seit 9/11 weltweit zig neue Militärstützpunkte (aktuell sage und schreibe 1.000 weltweit, wie viele hat „Putins Russland“ noch mal?) neu aufgebaut wurden und dies stets begründet wird mit dem Krieg gegen den Terrorismus, passiert jetzt absolut nix. Eigentlich wäre das ja der richtige Moment, erst richtig loszulegen, oder?

 

Obama: „Es ist noch nicht der richtige Moment für Luftangriffe“

Ja klar, erst mal muss man dem Feind die Möglichkeit geben, sich so richtig gut orzubereiten, wäre ja sonst unfair. Es ist deutlich: die USA warten ab, wie sich die Lage entwickelt und tun ihrerseits bewusst nichts, um die staatlichen irakische Kräfte zu stützen. Derweil wird fleißig eine Kampagne entwickelt, um Al Maliki als Schuldigen aufzubauen – er hat ja die Sunniten marginalisiert. 

 

Dabei wird schon wieder „vergessen“ – von den US wie von den Medien, dass es die US-Besatzer waren, die auf die schiitische und kurdische Karte gesetzt und vehement die „EntBaathisierung“ forciert haben. D.h. alle vorhandenen staatlichen Strukturen (die sunnitisch aber säkular dominiert waren) wurden zerschlagen.Interessant ist auch: Großbritannien hat erst jetzt ISIS auf die Liste der Terrororganisation gesetzt; sie galt wohl bisher als sehr hilfreich in Syrien. 

 

Wer sind die Akteure? In den sunnitischen Gebieten hat sich eine heterogene Allianz gebildet: ISIS, irak. Baath-Partei (säkular), frühere irakische Offiziere; dabei ist ISIS der militärisch stärkste Teil.
Dazu finden Sie hier Details:Iraq: Signs of disagreement emerge between ISIS and the Baath
Der plötzliche und unerwartete Fall von Mossul war nur durch Verrat möglich, d.h. Offiziere in der irakischen Armee gaben den Befehl: „Soldaten macht, dass ihr wegkommt!“. Dies waren nur zum Teil Ex-Baath-Offiziere (s.o. es wurde sehr stark gesäubert), sondern mehrheitlich die Offiziere, die seit Jahren von den USA ausgebildet wurden. Das Szenario erinnert stark an den Fall von Tripolis, wo der Kommandant der Stadtzugänge zum Verrater wurde und die NATO „Rebellen“ einmarschierten. 

Und für die Taktik der gezielten und massenhaften Bestechung gibt es im benachbarten Kriegsschauplatz Syrien reichlich Belege:

West bribed Syrian officials to defectQatar offered Syrian ambassador $5.8mn for defection 

Auch die Türken war dabei sehr aktiv im Spiel; reichlich Kontakte zu des islamistischen Terroristen konnte man schließlich während des Krieges gegen Syrien knüpfen:

Israeli general says al Qaeda’s Syria fighters set up in Turkey Turkish officers take command of Syrian rebel brigades. Turkey Bans Boko Haram Amid Criticism for State Sponsoring Terrorism Erdogan’s Son Caught with Al-Qaeda Financier Ankara und die Dschihadisten
Und über Saudi Arabien muss kein weiteres Wort verloren werden: Weltweit gibt es keine islamistischen Terrorismus ohne Saudi Arabien. Allerdings gibt es auch kein Saudi-Arabien ohne die Patronage der USA. So schließt sich der Kreis. 

 

Warum jetzt der ISIS-Vormarsch

Seit mindestens einem Jahr ist den „Freunden Syriens“ bewusst: Alle bisherigen Versuche, den syrischen Staat zu zerstören, sind gescheitert. Da musste jetzt eine neue Aktion her. Irak war und ist das schwächste Glied in der Achse des Widerstands (Hamas-Hezbollah-Syrien-Irak-Iran) und wurde deshalb zum Abschuss freigegeben. Und jetzt warten die USA und ihre sehr willigen Helfer, wie sich das ganze entwickelt. 

 

Es geht jedoch um noch mehr

Neben dem Ziel ISIS zu stärken und dann gegen Syrien marschieren zu lassen, soll dem Iran damit eine Falle gestellt werden. Wie schon in der Ostukraine, wo die Lage gezielt eskaliert wird, damit Russland „endlich eingreift“ (als Pretext für Sanktionen und Terrorakte in Russland) soll auch Iran in den Krieg gelockt werden. Während es Russlands richtige Strategie ist, mit zusammengepressten Zähnen zuzusehen und zu warten (und zwar auf den Protest der Bevölkerung auch im Westen der Ukraine gegen die bereits beschlossenen Austerität-Spar-Maßnahmen), ist noch nicht klar, was Iran tun wird. 

 

Für die Strategie hilft der Blick nach Syrien
Hier mussten erst große Teile der sunnitischen Bevölkerung am eigenen Leib erfahren, was die „Rebellen“ unter Freiheit verstehen, bevor sie sich gegen diese wendeten. Erst auf dieser Grundlage waren und sind die militärischen Erfolge Syriens möglich. (Die Mainstreammedien der NATO-Staaten zeigen übrigens aus diesem Grund ganz bewusst keine Bilder und erst echt keine Hintergrundinformationen über den Krieg gegen die Zivilbevölkerung in der Ostukraine. Die Bilder würden die Bevölkerung jetzt schon auf die Barrikaden bringen.)
Dasselbe wird sich auch im Norden des Iraks, nur viel schneller, vollziehen – siehe obiger Artikel über die  Risse im Bündnis zwischen ISIS und Baath. Bis es soweit kommt, gilt es, das weitere Vordringen zu verhindern und Iran mit eigenen Bodentruppen rauszuhalten. Es bleibt die Zeit, u.a. mit Hilfe der Syrer die irakischen Sicherheitskräfte zu qualifizieren. 

 

Welche Perspektiven ergeben sich

Der Fall von Bagdad ist wohl 50/50 wahrscheinlich. Ein weiteres Vordringen in die schiitischen Gebiete liegt jedoch – außer klassischem Terror – bei 0 %. Es wird also eine Weile ein Hin und her an der Grenze der Siedlungsgebiete zwischen Sunni und Shia geben. In der Zwischenzeit haben sich ja die Kurden Kirkuk geschnappt. Da dieses Gebiet jedoch gemischt mit mehrheitlich Arabern  und Turk-Völkern ist, wird es dort sehr bald zu Terroranschlägen gegen die Kurden kommen – und das allein schon aufgrund der wahrscheinlich bald einsetzenden Frustration der ISIS, nicht weiter vordringen zu können.  

Was kann Syrien tun?

Nun, es tut schon was: SYRIAN AIR FORCE RULES IRAQ’S SKIES (Syrische Luftwaffe herrscht am irakischen Himmel)
In Abstimmung und auf Rechnung des Iraks fliegt Syrien Luftangriffe auf ISIS-Stellungen im Irak, da Irak kaum eine Luftwaffe hat. Israel hat die Lieferung von US-Kampfjets bisher verzögert. Weiterhin kann plausibel vermutet werden, dass der Iran Syrien bitten wird, Kontakt aufzunehmen mit der irakischen Baath – zwar waren beide Baath-Parteien zu Zeiten Saddam Husseins spinnefeind; aber beide verbindet Pan-Arabismus und Säkularität sowie die jetzt bald breiter werdende Erfahrung mit ISIS.

 

Gefahren

Die Gefahren der Entwicklung bestehen in einem möglichen Erstarken der ISIS, das wesentliche Geländegewinne in Syrien nach sich ziehen könnte. Zum anderen darin, dass Israel und USA ISIS als Vorwand nutzen, direkt zu intervenieren, wobei dann „zufällig“ die syrische Armee das Ziel wird und nur nebenbei ISIS.

 

Chancen

Da sich ohne Gesichtsverlust wirklich (?) niemand mehr auf die Seite der Terroristen stellen kann, wird die Unterstützung von Syrien und Irak akzeptiert. Das ermöglicht eine noch stärkere Unterstützung durch Iran und Russland. Interessant ist auch eine Entwicklung wie im spanischen Bürgerkrieg, als zehntausende Interbrigadisten die Republik unterstützt haben: Nach dem Angriff auf das armenische Kassab kamen zahlreiche armenische Freiwillige aus Armenien und der armenischen Diaspora. Es gibt bereits Tausende in den Reihen der Arab Nationalist Guards: „Arab Nationalist Guard“: Arab nationalists take up arms in the battle for Syria 

 

Ausblick

Die Förderung der islamistischen Terroristen als Machtinstrument (durch Saudiarabien, Türkei, Katar – im Auftrag der USA) wird erst ein Ende finden, wenn die Saat die diese Länder gesät haben, zu ihnen zurückehrt. Und da war der Mordanschlag auf das jüdische. Museum in Brüssel wohl erst der Anfang. (Kommentar vom 05. Juni 2014 um 20:42 von Andreu66Cameron nur gegen Rückreise?“ zur Tagesschau: „Wenn Syrien-Kämpfer nach Deutschland reisen.“)Also in Syrien dürfen sie mit Camerons Wohlwollen Christen ermorden und mit Folter zum Übertritt zum Islam zwingen, Alewiten töten und emanzipierte, moderne Frauen vergewaltigen und umbringen? Alles mit den Waffen, die Hollande und Obama liefern und mit tatkräftiger Hilfe der Türkei? Zum Problem wird es erst, wenn diese Mörder nach Europa zurückkehren? Der Krieg kehrt heim – Salafistischer Mörder im jüd. Museum 

 

Und hier eine Liste weiterer Informationen zu den Hintergründen:
The Intrigue Lying Behind Iraq’s Jihadist Uprising
Syrian army foils chemical attack on Damascus
The Cleansing of Iraq’s Christians Is Entering Its End Game
How ISIL came into existence?

……………..

Syrian Rebels Describe U.S.-Backed Training in Qatar

……………..

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/06/uberblick-der-vormarsch-der-isis-und.html

Kategorien:Geo Politik
  1. opuro
    Juni 29, 2014 um 9:51 am

    Nichts aus dem Vietnam Krieg gelernt, was nur zeigt, wie dumm US und NATO Politikr sind.

    28.06.2014 / Ausland / Seite 6Inhalt
    Falle für Obama?
    Einsatz von Militärberatern im Irak gefährlich. Schon im Vietnamkrieg starb ein US-Sozialprogramm
    Von Mumia Abu-Jamal
    Nach den Meldungen über die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, 300 als »militärische Berater« bezeichnete Angehörige der Spezialkräfte der US-Armee zurück in den Irak zu entsenden, werden wir möglicherweise bald Zeugen einer neuen Phase des Irak-Krieges. Dieser Krieg, so war uns versichert worden, sei »zu Ende«, nachdem ein Großteil der US-Kampftruppen aus dem Land abgezogen worden war. Obama konnte deshalb vor aller Welt erklären, damit sei eines seiner wichtigsten Wahlversprechen erfüllt und ein höchst unpopulärer Krieg beendet worden. Aber die erstaunlichen Erfolge der Aufständischenarmee »Islamischer Staat im Irak und in der Levante« (ISIL bzw. ISIS) und ihre Besetzung von über einem Drittel des irakischen Territoriums, verbunden mit dem krassen Scheitern und der Korruption der völlig unfähigen irakischen Regierung Nuri Al-Malikis, öffneten Tür und Tor für eine Entwicklung, die viele nicht mehr für möglich gehalten hätten.

    Vor mehr als einem halben Jahrhundert, als in Südvietnam Wahlen stattfinden sollten, räumten Beschlüsse der Vereinten Nationen Ländern, die in der Region ihre Interessen verfolgten, die Möglichkeit ein, in begrenzter Zahl Truppen für »friedenssichernde Maßnahmen« in das Land zu entsenden. Der 2010 verstorbene US-Historiker Howard Zinn schrieb darüber sinngemäß in seinem Buch »Eine Geschichte des amerikanischen Volkes«, daß es den USA nach den Vorschriften der Genfer UN-Vereinbarung von 1954 erlaubt gewesen sei, 685 Militärberater nach Südvietnam zu schicken. US-Präsident Eisenhower habe jedoch heimlich einige tausend entsandt. Unter Kennedy sei die Truppenstärke dann auf 16000 angestiegen, von denen viele in Kampfhandlungen eintraten. Doch die Niederlage des Marionettenregimes von Ngo Dinh Diem war nicht aufzuhalten. Weite Teile des ländlichen Südvietnam standen zu dieser Zeit bereits unter der Kontrolle lokaler Kräfte, die in der Nationalen Befreiungsfront (NLF) organisiert waren. Weiter schreibt Zinn über den Sommer 1963, noch bevor das Jahr sich dem Ende zuneigte, sei Diem von putschenden Generälen Südvietnams, die im Auftrag der CIA handelten, gestürzt und ermordet worden.

    Die damalige Kritik an Diem ähnelt auf verblüffende Weise jener, die die USA heute am irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki üben. Damals wie heute nimmt das US-Imperium für sich unbestritten das Recht in Anspruch, allein darüber zu entscheiden, wer die Regierung anderer Länder stellt und wer nicht.

    Was wird passieren, wenn fünf, zehn oder zwanzig dieser sogenannten Militärberater bei ihrem Einsatz im Irak getötet oder verwundet werden? Wenn beispielsweise ein mit Militärberatern vollbesetzter US-Militärhubschrauber von Aufständischen mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wird? Dann wird US-Präsident Obama sich vielleicht eingestehen müssen, daß er in eine Falle getappt ist, so wie der frühere US-Präsident Lyndon B. Johnson im Dschungel Südvietnams in eine Falle getappt ist, wo nicht nur vietnamesische Bauern und US-Soldaten starben, sondern Johnson auch sein mit großen Hoffnungen verbundenes sozialpolitisches Reformprogramm der »Great Society« begraben mußte.

    Übersetzung: Jürgen Heiser
    http://www.jungewelt.de/2014/06-28/035.php

  2. Oktober 8, 2014 um 6:13 pm

    Ein verzweifelter Abwehrkampf
    08.10.2014
    ANKARA/BERLIN
    (Eigener Bericht) – Westliche Interventionen und Expansionsinteressen des NATO-Partners Türkei sind verantwortlich für die dramatische Situation in der nordsyrischen Stadt Kobane. Die Stadt steht offenbar vor dem Fall, wenngleich der verzweifelte Abwehrkampf gegen die Terrortruppe „Islamischer Staat“ („IS“) am Dienstagabend noch andauerte. Zahllose Todesopfer sind bereits jetzt zu beklagen. Während der IS, der gegenwärtig im Begriff ist, Kobane zu erobern, sein Erstarken letztlich Interventionen des Westens in Nah- und Mittelost verdankt, sind türkische Expansionskonzepte die Ursache dafür, dass zwar irakisch-kurdische Milizen unterstützt werden – auch von der Bundeswehr -, nicht jedoch syrisch-kurdische Kämpfer gegen den IS. Die Konzepte, die im Westen auf Sympathie stoßen, spielen mit dem Gedanken, einen Staat „Kurdistan“ aus dem Irak herauszubrechen und ihn eng an die Türkei zu binden oder ihn gar an sie anzuschließen – mit dem Hintergedanken, auf diese Weise proiranische Kräfte zu schwächen und sunnitische Kräfte gegen Iran in Stellung zu bringen. Die strategischen Großplanungen im Sinne westlicher Interessen haben jetzt zu der furchtbaren Lage in Kobane geführt.
    Vor dem Fall
    Der verzweifelte Abwehrkampf syrisch-kurdischer Einheiten gegen den blutigen Vormarsch der Terrortruppe „Islamischer Staat“ („IS“) in der syrischen Grenzstadt Kobane hielt am Dienstagabend an. Beobachter gaben dem Widerstand gegen das Vordringen des IS jedoch kaum noch eine Chance. Dem IS war es gelungen, Teile der Stadt zu erobern; zuletzt rückten seine Milizionäre auf das Zentrum von Kobane vor. Offiziellen Angaben zufolge sind bereits mehr als 400 Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen. Beobachter halten sogar eine weitaus höhere Zahl an Opfern für wahrscheinlich. Zudem sollen sich Tausende Zivilisten noch in der Stadt aufhalten. Warnungen vor einem Massaker an ihnen machen die Runde.
    Westliche Interessen
    Der brutale Angriff des IS zeigt einmal mehr die furchtbaren Folgen der westlichen Nah- und Mittelostpolitik, die mit der Zerstörung des Irak und mit dem Befeuern des syrischen Bürgerkriegs die Voraussetzungen für das rasche Erstarken der Terrortruppe erst geschaffen hat (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Er legt darüber hinaus die Interessen wie auch die Interessengegensätze im westlichen Bündnis offen, die das Kriegshandeln leiten: Während die irakisch-kurdischen Streitkräfte, die mit Ankara kooperieren, für den Kampf gegen den IS aufgerüstet und trainiert werden – insbesondere von der Bundeswehr -, unterbleibt eine vergleichbare Unterstützung für den syrisch-kurdischen Abwehrkampf. Ursache sind strategische Großplanungen der Türkei, die im Westen auf Interesse stoßen – und Ankara veranlassen, den syrischen Kurden jede Hilfe zu versagen.
    Türkische Expansionskonzepte
    Den Hintergrund der türkischen Großplanungen hat in einer Reihe von Analysen Günter Seufert, Türkei-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), offengelegt. Demnach befindet sich der Angelpunkt der Beziehungen zwischen Ankara und den kurdischsprachigen Kräften der gesamten Region in Erbil. Die dortige, von Masud Barzani geführte Autonomieregierung kooperiert seit Jahren recht eng mit der Türkei – auf der Basis des für beide Seiten höchst profitablen Tausches irakisch-kurdischer Energieträger gegen türkische Industrieprodukte. Nachdem der Zerfall Syriens auch dessen kurdischsprachige Gebiete faktisch freigesetzt hat, hat Ankara weit ausgreifende Expansionskonzepte entwickelt. Anfang 2013 äußerte etwa der damalige Außenminister und heutige Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu, es sei „an der Zeit“, die 1916 im Nahen Osten geschaffenen „künstlichen Grenzen zu überdenken“. Ihm nahestehende Kreise sprächen ausdrücklich „von der Möglichkeit, dass in fünf bis zehn Jahren die kurdischen Gebiete des Irak und Syriens Teil einer politisch vollkommen neu strukturierten föderalen Türkei sein könnten“, schrieb im April 2013 die SWP.[2] Von derlei Überlegungen ist Ankaras Syrien-Politik nicht mehr zu trennen.
    Gegen Iran
    In diesem Zusammenhang sind strategisch motivierte Plädoyers im Westen von Bedeutung, die Neuziehung staatlicher Grenzen in der gesamten Region ernsthaft zu diskutieren. Eine komplette „Neuordnung“ biete die Chance, Iran zu schwächen, heißt es – denn die Zerschlagung Syriens und des Irak gehe zu Lasten der dortigen proiranischen Regierungen und ermögliche es, etwa durch das Herausbrechen eines Staates „Kurdistan“ ein „sunnitisch-säkulares Gegengewicht“ gegen das schiitische Teheran zu schaffen. Derlei Pläne wurden zuletzt in Washington öffentlich erwogen (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Dabei gingen sie in vielerlei Hinsicht durchaus mit den türkischen Expansionskonzepten konform.
    Gegen PKK und PYD
    Komplikationen ergaben sich allerdings bei den Planungen Ankaras, weil aus türkischer Sicht eine Einbindung der bei der kurdischsprachigen Bevölkerung nach wie vor höchst einflussreichen PKK unumgänglich war. Ankara startete deshalb Ende 2012 umfassende Gespräche mit ihr – mit dem Ziel, sie gegen Zusage einer gewissen Föderalisierung der Türkei zum Verzicht auf die Gründung eines kurdischen Staates zu bewegen. Wie die SWP letztes Frühjahr festhielt, verliefen die Gespräche zunächst sehr erfolgreich (german-foreign-policy.com berichtete [4]), kamen nach einer Weile jedoch ins Stocken – aufgrund von Uneinigkeit darüber, wie weit die Föderalisierung oder gar Autonomie für die Kurden reichen sollte. Diverse taktische Manöver schlossen sich an, mit denen Ankara die widerspenstige PKK und die eng mit ihr verbündete PYD – die dominante Kraft in Nordsyrien – zu schwächen suchte, um die Verhandlungsposition der PKK zu unterminieren. Dazu gehörte eine enge Kooperation mit dem in Erbil regierenden Mustafa Barzani, einem alten Gegner von PKK und PYD, ebenso wie die „Unterstützung zuerst moderat islamistischer, dann auch salafistischer und dschihadistischer Gruppen in Syrien“, die „immer auch auf die Verhinderung kurdischer Autonomie unter Führung der PYD/PKK in Syrien gerichtet“ war, wie SWP-Experte Seufert berichtet.[5] Davon profitierte insbesondere der IS. Dies wurde vom Westen toleriert – in der Hoffnung, auf diese Weise Assads Sturz beschleunigen zu können (german-foreign-policy.com berichtete [6]).
    Interessendivergenzen
    Deckten sich bis vor kurzem die Interessen der Türkei und des Westens in puncto Tolerierung oder gar Förderung des IS, so ergeben sich klare Differenzen, seit der IS westliche Positionen offen bedroht. Haben die USA und die Staaten der EU inzwischen den Krieg gegen die Terrortruppe eröffnet, so bleibt Ankara bislang faktisch noch außen vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan erklärt dazu: „So, wie die Türkei gegen die Terrororganisation Isis (IS) ist, so ist sie auch gegen die Terrororganisation PKK.“[7] Leidtragende des komplexen Geflechts aus westlichen Interventionen und Neuordnungsplänen, türkischen Expansionskonzepten und den Widersprüchen zwischen alledem ist aktuell die Bevölkerung von Kobane, die bereits jetzt zahllose Todesopfer zu beklagen hat, zahllose weitere befürchten muss – und damit gewiss nicht die letzte Leidtragende äußerer Einmischung im Nahen und Mittleren Osten ist.
    Weitere Informationen zum Krieg gegen den IS finden Sie hier: Vom Westen befreit, Von Kurdistan nach Alawitestan, Das Ende einer Epoche (I), Waffen für die Peschmerga, Das Ende einer Epoche (II), Öl ins Feuer und Der zwanzigjährige Krieg.
    [1] S. dazu Vormarsch auf Bagdad und Vom Westen befreit.

    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58967

  1. April 20, 2015 um 12:39 pm

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