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CIA-Mordanschlag auf UN-Generalsekretär? und der Lumumba Mord des CIA in 1961 im Kongo

siehe auch: Die CIA Operation 1953, zum Staatstreich im Iran und der Ermordung von PM Mohammed Mossadeq

CIA-Mordanschlag auf UN-Generalsekretär?

Kongo 1961: Präsident Patrice Lumumba kurz vor Ermordung

Gilbert Perry

In den Kongo-Wirren will die UNO 1961 vermitteln. Doch überraschend stirbt der schwedische UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz in Rhodesien: “Pilotenfehler” hieß es damals. Patrice Lumumba, der erste schwarze Präsident des Kongo, wird ermordet, ein Militärregime errichtet. Ein Zeuge sagte jetzt, dass die CIA die Maschine aus politischen Gründen abschoss. Der erste schwarze Präsident der USA, Obama, ignoriert UN-Forderungen, Akten herauszugeben.

Neues von der Kongo-Krise 1961. Mit Präsident Lumumba befreite sich erstmals eine afrikanische Kolonie wirklich vom Joch des Westens. Störmanöver von außen führen zu den sogenannten “Kongo-Wirren”, die UNO will vermitteln. Doch überraschend stirbt der schwedische UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz in Rhodesien: “Pilotenfehler” hieß es damals. Lumumba wird ermordet, ein Militärregime errichtet. Ein Zeuge nährt aber jetzt den Verdacht, dass die CIA die Maschine aus politischen Gründen abschoss. US-Präsident Obama ignoriert UN-Forderungen, Akten herauszugeben. MH-17 lässt grüßen.

Im März 2015 hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon alle Nationen, die weitere Unterlagen, Hinweise und Zeugenaussagen zum Absturz bzw. Tod von Hammarskjöld geheimhalten, aufgefordert, relevante Informationen freizugeben. Gemeint, aber nicht genannt waren vor allem die USA und ihre monströse Armada von Geheimdiensten, so berichtet die ARD. Die ARD ist nicht auf dem neuesten Stand: Die CIA war beim Mordputsch gegen Lumumba 2013 durch das Geständnis einer MI6-Agentin entlastet worden, die Briten steckten demnach dahinter, was auch für den Abschuss der DC 6 gelten könnte.

Wer ermordete Dag Hammarskjöld?

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Schwedische Briefmarke mit dem ermordeten UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld

Am 18. September 1961 stürzte eine schwedische DC 6 über Nord-Rhodesien, dem heutigen Sambia ab. Fast alle Passagiere starben, darunter der damalige zweite UN-Generalsekretär, der Schwede  Dag Hammarskjöld. Er war unterwegs zu Friedensverhandlungen zwischen der neuen Republik Kongo und der von den USA, Belgien und Großbritannien unterstützten, angeblich “nach Unabhängigkeit strebenden” Provinz Katanga.

Attentat oder Unfall? Alle 193 Mitglieder der UN-Generalversammlung in New York wollen genau das jetzt noch einmal untersucht wissen. Neue Erkenntnisse sollen durch geheime Dokumente und neue Zeugenaussagen gewonnen werden, so der stellvertretende schwedische UN-Botschafter Per Thöresson. NSA und CIA haben ihre entsprechenden Dokumente bislang als “Top Secret” eingestuft und die Freigabe verweigert. Jetzt erhöht die UNO den Druck, indem eine neue Untersuchungskommission Licht ins Dunkel des politischen Mordanschlags, der mit dem der Putsch gegen Lumumba verknüpft ist, bringen soll. Schon im September 2015 soll der UN-Generalsekretär über die ersten Ergebnisse berichten, 54 Jahre nach dem mysteriösen Absturz der DC 9 im Dschungel von Sambia. (Hoffentlich müssen wir auf die Aufklärung des MH-17 Absturzes über der Ukraine 2014 nicht ebenso lange warten.)

Zwei Untersuchungen des Absturzes folgten damals. Erst kamen die Schweden selbst (!) und das kolonial-rassistische Regime in Rhodesien zu dem zweifelhaften Ergebnis, ein Pilotenfehler sei Schuld gewesen: Der lange Arm des Britschen Empire reichte weit, über ihre geheime Gladio-Connection bis in die schwedische Militär-Bürokratie hinein -das durften wir bei U-Boot-Propaganda in den 80er-Jahren und beim Mord an Olof Palme später wieder erleben. Eine zweite, diesmal UN-interne Untersuchung brachte kein so eindeutiges Ergebnis -kein Wunder, USA und Westmächte zogen auch dort ihre Fäden. Dabei gab es gravierende Ungereimtheiten. So hieß es schon 1961, die amerikanische CIA (die Existenz der NSA wurde damals noch geleugnet) habe wichtige Cockpitgespräche kurz vor dem Absturz bzw. Abschuss aufgezeichnet. Ein früherer US-Luftwaffenoffizier gab an gehört zu haben, wie ein unbekanntes Flugzeug einen Angriff auf die DC 6 begann. Die dünne Pilotenfehler-Version wurde damit unglaubwürdig.

CIA und Adenauer-Stiftung manipulieren Wikipedia

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Denkmal für den schwedischen UN-Generalsektretär Dag Hammarskjöld

Seit vielen Jahrzehnten gibt es Gerüchte über den Absturz, die westlichen Kolonialmächte Belgien und Großbritannien bzw. die USA könnten hinter dem Mordanschlag stecken -es wäre kein Einzelfall. “Es ist tragisch und ironisch zugleich, dass Dag Hammarskjöld starb, während er einen Waffenstillstand in Katanga erreiche wollte”, sagt damals US-Präsident John F. Kennedy im Fernsehen. Die CIA und ihre Tarnorganisationen bzw. eng verbündete Think Tanks wie die deutsche Konrad-Adenauer-Parteistiftung (CDU) bemühen sich seither angestrengt, die Öffentlichkeit zu täuschen. Im Wikipedia-Eintrag von Hammarskjöld wurde eine falsche Spur ausgelegt, die besonders perfide erscheint:

Die Rolle Hammarskjölds beim Sezessionskrieg 1960 im Kongo ist umstritten, einige Autoren behaupten eine Beteiligung des UN-Generalsekretärs beim Sturz der Regierung Kongos unter Lumumba und dessen Ermordung“, behauptet Wikipedia unter Berufung auf die Konrad-Adenauer-Politologin Annette Büttner und ihr 2004 erschienenes Buch Staatszerfall als neues Phänomen der internationalen Politik. So schiebt man nicht nur den politischen Terrorangriff anderen in die Schuhe (vermutlich der Sowjetunion bzw. dem KGB), sondern macht das Opfer Hammarskjöld gleich noch zum Sündenbock des von Westmächten angezettelten Präsidentenmordes an Lumumba und der massenmörderischen Diktatur, die danach dort installiert wurde. Drahtzieher des blutigen Umsturzes der ersten Demokratie Afrikas waren aber, das gilt heute als bewiesen, Briten und Belgier, vielleicht mit Waffenhilfe der CIA.

Hintergrund: Kongogräuel und CIA-Neokolonialismus

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https://jasminrevolution.wordpress.com/2015/06/26/5902/

Vor 50 Jahren putschte im Kongo Mobutu Sese Seko (Teil 1)

Kleptokratie ohne Ende?

von Peter Küpfer

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Feiger Mord

Das offensichtliche Machtvakuum wurde zur Stunde Mobutus. Der Chef der Armee intervenierte, zwang Kasavubu zum Verbleib an der politischen Spitze des Staates und setzte über die Regierung als Kontroll­organ ein Kommissarskollegium mit eigenen Gewährsleuten ein, welche die Regierungsgeschäfte bis zum 31. Dezember 1960 übernahmen. Lumumba suchte sein Heil bei einem der wenigen verbliebenen Getreuen, seinem ehemaligen Stellvertreter Antoine Gizenga, der seinerseits versuchte, von Stanleyville aus eine Alternativregierung zu bilden. Lumumba wurde aber auf der Reise nach Stanleyville verraten und verhaftet. Mobutu lieferte ihn durch seine Soldaten an Lumumbas Erzfeinde in Katanga aus, wohl wissend, dass sein Schicksal dort besiegelt war. Dort, in der Nähe von Elisabethville, wurde der Freiheitskämpfer zusammen mit zwei Getreuen nach schweren Misshandlungen am 17. Januar 1961 von katangischen Soldaten unter belgischem Kommando erschossen. Heute ist erwiesen, dass die belgische Armee und der amerikanische Geheimdienst bei diesem feigen politischen Mord die Fäden zogen (Ludo de Witte. «L’Assassinat de Lumumba». Paris 2000; ISBN 2-84586-006-4).
So war denn die «unabhängige» Republik Kongo schon nach wenigen Tagen ein Riesengebäude auf tönernen Füssen, an dessen Ecken Brandstifter an mehreren Stellen Brandsätze entzündet hatten. Eine aus mehrheitlich unerfahrenen Ministern bestehende Regierung sollte mehrerer Sezessionskriege gleichzeitig Herr werden, einen wirtschaftlich zugrunde gerichteten Staat von Grund auf wiederaufbauen und das Bewusstsein stärken, dieser Staat sei keine zu melkende Milchkuh, sondern Gemeinschaftswerk aller Kongolesen – das alles ohne funktionierende Institutionen und unter Abwesenheit einer einsatzfähigen Armee. Jedem Beobachter war schon damals klar, dass diese Häufung von Problemen nicht zufällig sein konnte. Es zeichnete sich damals schon ab, wer von diesem Chaos letztlich profitieren würde. Es war Mobutu, der seine Fäden beharrlich zog, bis die Stunde für seinen Machtantritt vollends geschlagen hatte.

Weiter geschürte Unruhen

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Eine unentbehrliche historische ­Monographie zum Thema Kongo

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2332

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