Startseite > Europa > EADS, Eurofighter Manager und deren Lehrstunde in Auslands Bestechung = Kriminelle managen die Firma

EADS, Eurofighter Manager und deren Lehrstunde in Auslands Bestechung = Kriminelle managen die Firma

 Es gibt immer viel zufeiern, wenn kriminelle aus der EU Projekte einweihen, wo es nur darum geht, die vorher ausgehandelten Bestechungsgelder zukassieren.
Steinmeier, Westerwelle, die Auslands Bestechungs Künstler und Lehrmeister ohne Ende, mit Lobby Gruppen
Renate Graber2. März 2017, 14:19

Auf 133 Seiten schildert die Republik, wie Airbus versucht haben soll, die Typenwahl zu beeinflussen

Wien – Die Betrugsanzeige von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) gegen Airbus beziehungsweise Exmanager des Rüstungskonzerns, von dem die Republik im Jahr 2003 die Eurofighter gekauft hat, schildert auf 133 Seiten die Vorgänge rund um die Beschaffung der Flieger, die schon ab 2001 „Gegenstand von Auseinandersetzungen war“, wie es in der Sachverhaltsdarstellung heißt.

Sie stützt sich über weite Strecken auf Rechercheergebnisse der Staatsanwaltschaft Wien, die seit 2011 (wieder) wegen des Verdachts auf Untreue und Bestechung ermittelt. Damals sagte der in Italien verhaftete Exmanager Gianfranco Lande zum sogenannten Vector-Netzwerk aus, an das Airbus (damals: EADS) rund 114 Millionen Euro überwiesen hat.

Kriminelles Werkzeug

Das System habe aus Brokern und Subbrokern bestanden, „um diesen für allenfalls erforderliche kriminelle Handlungen im Rahmen der Abwicklung von Rüstungsgeschäften der jeweiligen Bieterseite ein geeignetes, wenn auch selbst kriminelles Werkzeug in die Hand zu geben“, fasste die Staatsanwaltschaft zusammen. Sie verdächtige „eine Vielzahl an Personen“, die Geschäfte mit Vector getätigt haben, der Geldwäsche und Zahlung beziehungsweise des Empfangs von Schmiergeld, das „im Zusammenhang mit Gegengeschäften unter anderem an Beamte und Unternehmen geflossen“ sei. Ein Teil der Gelder sollte über diese Konstruktion „an einzelne Akteure des Airbus-Konsortiums zurückfließen“, heißt es in den Vorbemerkungen zur Betrugsanzeige, in die DER STANDARD Einsicht genommen hat.

Auf Basis von Akten und Aussagen gehen die Anzeiger davon aus, dass „Entscheidungsträger und Organe von Eurofighter und Airbus“ die Republik bei dem Deal betrügerisch getäuscht haben. Um das und Vermögenszuwendungen an Personen des Berater- und Interessennetzwerks „für alle Zukunft zu verbergen“, hätten es die Unternehmen „bis heute unterlassen, die Republik … aufzuklären“. Wäre das geschehen, hätte die Republik ihr Rücktrittsrecht genützt, lautet die Argumentation.

foto: plankenauer
Warm verpackt wartet hier in Spielberg ein Eurofighter auf seinen Flugshow-Einsatz.

Teure Nachrüstung

Die Republik fühlt sich in zwei Punkten getäuscht: Zum einen sei Airbus „weder in der Lage noch willens gewesen“, Österreich Eurofighter im vereinbarten „Bauzustand“ (es ging um die sogenannte Tranche 2) zu liefern. Schon als die Verträge am 1. Juli 2003 unterschrieben wurden (Liefertermin: Juni 2007 bis März 2009), sei den Verkäufern „klar gewesen, dass die Tranche-2-Flieger nicht lieferbar sein würden“.

Die Nachrüstung sei auch gar nicht ernstlich beabsichtigt gewesen: „Sofern die Aufrüstung technisch überhaupt möglich gewesen wäre, wäre sie mit exorbitanten und somit wirtschaftlich nicht tragbaren Kosten für Airbus und Eurofighter verbunden gewesen“, meinen die Anzeiger unter Bezugnahme auf Airbus-interne Mails von Mai 2003. Trotzdem habe man den Österreichern auch im Herbst 2005 noch mitgeteilt, dass die Auslieferung klappen werde.

cremer
Der Ankauf des Fluggeräts hält die Republik seit dem Jahr 2001 in Atem.

Täuschung

Zum anderen fühlt sich Österreich über den Wert der Flieger getäuscht, weil Airbus 183,4 Millionen Euro an „Gegengeschäftskosten“ eingepreist habe – obwohl die Republik alle Interessenten „eindeutig aufgefordert hat“, solche Kosten gesondert auszuweisen.

Die knapp 184 Millionen spielen eine Hauptrolle in der Causa: Mit einem Teil davon seien im Rahmen des Eurofighter-Deals „kriminelle Handlungen finanziert worden“ (Anzeige), laut Staatsanwaltschaft Wien sind nur 20 der 184 Millionen Euro für die Anbahnung von Gegengeschäften geflossen. 114 Millionen gingen an das Offshore-Vehikel Vector Aerospace LLP, selbiges sei „operativ nie für die Vermittlungen von Gegengeschäften tätig geworden“.

Keine Erfahrung

Das Unternehmen hatte laut Sachverhaltsdarstellung nur zwei Mitarbeiter und „kein internationales Netzwerk und keine Erfahrung in der österreichischen Industrie“. Die Staatsanwaltschaft Wien hegt denn den Verdacht, Ex-Airbus-Manager hätten über Vector Schmiergelder für Unternehmen beziehungsweise Beamte aus dem Rüstungskonzern geschleust – „um Beeinflussungen für die Typenentscheidung zu ermöglichen beziehungsweise zu honorieren“. Airbus weist laut Rechtsanwalt Andreas Theiss all diese Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Vector wurde am 14. Juli 2004 im Auftrag von Airbus/Eurofighter gegründet, Eigentümer waren die Homewell (wirtschaftlich Berechtigter: der österreichische Waffenhändler Walter S.) und Provan (Waffenhändler Alfred P.). P. war von Airbus schon 2001 beauftragt worden, Verhandlungen mit der Republik zu organisieren.

cremer
Der Betrugsanzeige gegen Verkäufer Airbus soll nun ein zweiter Eurofighter-U-Ausschuss folgen.

Gegengeschäftskette

Wie Vector offiziell ins Spiel kam: Ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung, Ende 2004, übertrug Eurofighter, das sich gegenüber der Republik zur Gegengeschäftsbeschaffung verpflichtet hatte, diese Verpflichtung an Airbus, und Airbus holte Vector an Bord. Vector verpflichtete sich zugunsten von Airbus und Eurofighter, „durch Unterstützungshandlungen“ Gegengeschäfte von 2,7 Milliarden Euro sicherzustellen. Wozu? Unter anderem „für die Sicherstellung der pünktlichen und ordnungsgemäßen Erfüllung“ der Gegengeschäftsvereinbarung, wie die Flieger-Lieferanten argumentierten. Das Sagen hatte aber weiterhin Airbus: Der Konzern behielt sich das Recht vor, den Vector-Leuten „Anweisungen zu geben“ oder anzuschaffen, „bestimmte Tätigkeiten einzustellen“. Die Republik wusste davon laut Anzeige nichts.

Als Empfänger von „Provisionen“ nennt die Anzeige drei Österreicher, zudem seien vier Airbus-Exmanager „maßgeblich“ in die Abwicklung der Geldflüsse involviert gewesen beziehungsweise hätten das „Konzept des Netzwerks“ erstellt.

Politisch gewünschte Projekte

Der Großteil der 114 Vector-Millionen soll gemäß Staatsanwaltschaft für „politisch gewünschte Projekte“ spendiert worden sein, zu denen sich die Flieger-Lieferanten schon „vor der Vertragsunterschrift verpflichtet“ hätten. Ein Beispiel: der Kärntner Lakeside-Technologiepark, dessen Umsetzung laut Anzeige „auf Betreiben von Airbus und Eurofighter erfolgte“. Dessen „primärer Zweck“ sei es gewesen, den „politischen Wunsch“ des damaligen Landeshauptmanns Jörg Haider nach „einer Betriebsansiedlung in Kärnten zu erfüllen“. Airbus habe sich vorweg verpflichtet, Gebäude zu besiedeln – vorausgesetzt, es komme „zu einer Entscheidung für Eurofighter“.

Tatsächlich sollte Airbus dann über eine Stiftung vier Millionen Euro an die Lakeside-Privatstiftung zahlen. „Trotz fehlendem Mehrwert für die Republik Österreich und fehlender Anerkennung als Gegengeschäft“, wie in der Anzeige festgehalten wird. (Renate Graber, 2.3.2017)

  • Der Ankauf von Militärjets war stes ein HimmelfahrtsKommando: vor dem Eurofighter bei den Schrottvögeln nach dem Staatsvertrag, beim Luft-Projekt „Austro-Kfir“ und bei den Draken.

Der Autor , einst Aufdecker im Fall Lucona bei der "Wochenpresse", schreibt jeden Samstag seine "Fußnoten".

Der Autor , einst Aufdecker im Fall Lucona bei der „Wochenpresse“, schreibt jeden Samstag seine „Fußnoten“.

Kein Tag ohne neue Abfangjäger-Hysterie: Zuletzt forderte Verteidigungsminister Norbert Darabos verärgert „mehr Transparenz“, weil von Wilhelm Molterers Finanzministerium Steuerakten des EADS-Lobbyisten Erhard Steininger für den parlamentarischen Untersuchungsausschuss stellenweise „geschwärzt“ wurden. Darabos selbst aber weigert sich trotz einstimmigem Beschluss des Ausschusses, das Gutachten des Rechtsgelehrten Helmut Koziol über die Chancen für einen Eurofighter-Ausstieg herauszurücken. Ein Theater der Sonderklasse.

Zugleich wird bekannt, dass der Wiener Anwalt Karl Newole bei der EU-Kommission klagte, dass die beim Eurofighter-Ankauf vereinbarten Gegengeschäfte EU-widrig seien. Daran ist nicht nur bemerkenswert, dass damit ein Torpedo gegen die österreichische Wirtschaft abgefeuert wurde, sondern auch, dass Newole weiland Pressesprecher von Ex-Innenminister Karl Blecha war, der ein vielbeschriebener Fan des schwedischen EADS-Konkurrenten Saab (Draken, Gripen) ist (siehe auch „Fußnoten“ vom 28. 4. 2007).

Zugleich wird bekannt, dass nicht nur gegen den Abfangjäger-Produzenten EADS-Eurofighter, sondern auch gegen den unterlegenen Mitbewerber Saab Korruptionsvorwürfe vorliegen. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Vorwürfe gegen das Saab-Gripen-Geschäft in Tschechien. Dort sollen mehrere tschechische Parlamentarier bestochen worden sein, um den Abfangjäger-Deal für Schweden zu sichern. Der schwedische Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast will auch das nicht zustandegekommene Geschäft mit Österreich unter die Lupe nehmen………http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/103284_Ewiger-Luftkampf-ueber-Oesterreich-2.html

Advertisements
Kategorien:Europa Schlagwörter: ,
  1. navy
    Juni 8, 2017 um 6:24 pm

    Wild West Bestechungs Orgien rund um Betrug

    Eurofighter: Märchenstunde mit dem Kabinettschef
    8. Juni 2017PolitikAlfred Gusenbauer, Allwettertauglichkeit, Ausstieg, Befehlshaber, Bundesheer, EADS, Eurofighter, Finanzprokuratur, Hans Peter Doskozil, Koalition, Minister, Norbert Darabos, Peter Pilz, Protokoll, Schwarzblau, Stefan Kammerhofer, Task Force, U-Ausschuss, Vergleich, Vertrag, Walter Rosenkranz, Weisungsrecht, Wolfgang Peschorn

    Mit einiger Verzögerung wurde Ex-BMLVS-Kabinettschef Stefan Kammerhofer heute zu den Vorgängen um den Vergleich mit EADS im U-Ausschuss befragt. Auch wenn keine der Fraktionen ihn wirklich in die Zange nahm, stolperte er von einer Falle in die andere, was noch deutlicher werden wird, wenn das Protokoll seiner Befragung in zwei bis drei Wochen auf der Webseite des Parlaments abrufbar sein wird. Laut Parlamentsdirektion dürfen Zeugen kleinere Korrekturen anbringen, keinesfalls aber den Sinn ihrer unter Wahrheitspflicht erfolgten Aussagen verändern. Bis dato haben einige in der SPÖ die Legende wirkllch geglaubt, dass MInister Norbert Darabos als ehemaliger Zivildiener Kammerhofer „gebraucht“ habe, weil dieser Milizunteroffizier ist.

    https://alexandrabader.wordpress.com/2017/06/08/eurofighter-maerchenstunde-mit-dem-kabinettschef/

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: