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Der Schwindel mit dem Fisch: MSC-Siegel

Juni 27, 2019

Alles Show und Geld

 

Der Schwindel mit dem MSC-Siegel

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Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anderaus.Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit siht ganz anderaus.

Aus tageschau.de

MSC-Überfischung-Siegel

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Dunkle Geschäfte mit dem MSC-Siegel

Der blaue Fisch auf der Verpackung, das MSC-Siegel, steht für nachhaltig gefangenen Wildfisch, der das Ökosystem nicht schädigt. Doch ARD-Recherchen schüren Zweifel daran.

Von Wilfried Huismann, WDR

Das knallrot gestrichene, altersschwache Fischerboot mit dem Namen „STIER II“ tuckert bei Sonnenaufgang aus dem Hafen von Corcubión im spanischen Galizien. Fischer José Luis Rodríguez und seine zwei Arbeiter lassen ihre aus Draht und Holz gebauten Reusen an einem Seil ins Wasser gleiten, aufgereiht wie an einer Perlenschnur.

José Luis Rodríguez

Fischer José Luis Rodríguez kritisiert das MSC-Siegel.

Pro Tag fangen sie nicht mehr als 50 Tintenfische in den Reusen. Davon kann man nicht reich werden, aber drei Familien können von diesem Betrieb leben. Auf ihre umweltschonende Art zu fangen ist José Luis stolz: „Wir haben gar nicht die technischen Möglichkeiten, das Ökosystem des Meeres kaputt zu machen.“

Kein Interesse an Siegel

Beifang hat er so gut wie gar nicht, mal ist eine Krabbe in der Reuse und die werfen sie sofort wieder ins Meer. So stellt man sich nachhaltigen Fischfang vor. Aber Rodríguez hat kein MSC-Siegel und will es auch nicht.

„Der MSC hat uns eingeladen, aber wir wollen das Siegel nicht“, sagt Rodríguez. „Für mich ist der MSC ein Betrug, der den industriellen Fangflotten hilft. Die Verbraucher haben keine Ahnung davon. Sie gehen in den Supermarkt, sehen das MSC-Logo und glauben, es garantiert die Nachhaltigkeit des Produktes. Dabei wissen sie nicht, wie der Fisch gefangen wurde: mit Grundschleppnetzen, Fabrikschiffen oder auf handwerkliche und nachhaltige Art.“

Der blaue Fisch

Der MSC wurde 1997 vom Lebensmittelkonzern Unilever und dem WWF gegründet. Das Ziel damals lautete, die überfischten Meere zu schützen. Mittlerweile ist der MSC das größte Ökosiegel für Wildfisch. Etwa zwölf Prozent des weltweiten Fangs tragen das Siegel. MSC wirbt damit, eine „unabhängige“ und „gemeinnützige“ Organisation zu sein. Aber abgesehen von zwei WWF-Vertretern kommen die meisten der anderen Mitglieder des Treuhandrates, einem Aufsichtsgremium, aus Fisch-und Lebensmittelkonzernen. Der MSC finanziert sich vor allem durch Lizenzeinnahmen. Von jedem verkauften Produkt mit dem blauen Fisch-Logo kassiert er 0,5 Prozent des Nettopreises. Das macht insgesamt etwa 17 Millionen Euro im Jahr.

MSC – offen für alle Fischereien

MSC-Siegel auf einer Packung | Bildquelle: WDR

MSC-Siegel auf einer Packung

Rupert Howes ist der Boss des MSC mit Sitz in London. Die Organisation hat das mehrstöckige Gebäude in bester Lage gekauft. Howes weist die Kritik zurück, die Rodriguez vorbringt: Der MSC müsse für alle Fischereien offen sein: „Wir haben keine vorgefasste Meinung darüber, was nachhaltig ist und was nicht.“

Das Siegel bekomme nur, wer die drei Standards des MSC erfülle: Der Fischbestand darf nicht überfischt werden, es muss ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement geben und das Ökosystem des Meeres soll nicht beschädigt werden. „Wir sollten keine Perfektion erwarten. Wir laden alle Fischereien ein, mitzumachen – und dann können wir gemeinsam die Probleme lösen, die sie haben.“

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Der Schwindel mit dem MSC-Siegel

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Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anderaus.Dieser blaue MSC-Siegel ist nichts wert. Es wird dem Konsumenten vorgemacht, dass er nachhaltig gefangenen Wildfisch kauft. Aber die Wirklichkeit siht ganz anderaus.

Aus tageschau.de

MSC-Überfischung-Siegel

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Dunkle Geschäfte mit dem MSC-Siegel

Der blaue Fisch auf der Verpackung, das MSC-Siegel, steht für nachhaltig gefangenen Wildfisch, der das Ökosystem nicht schädigt. Doch ARD-Recherchen schüren Zweifel daran.

Von Wilfried Huismann, WDR

Das knallrot gestrichene, altersschwache Fischerboot mit dem Namen „STIER II“ tuckert bei Sonnenaufgang aus dem Hafen von Corcubión im spanischen Galizien. Fischer José Luis Rodríguez und seine zwei Arbeiter lassen ihre aus Draht und Holz gebauten Reusen an einem Seil ins Wasser gleiten, aufgereiht wie an einer Perlenschnur.

José Luis Rodríguez

Fischer José Luis Rodríguez kritisiert das MSC-Siegel.

Pro Tag fangen sie nicht mehr als 50 Tintenfische in den Reusen. Davon kann man nicht reich werden, aber drei Familien können von diesem Betrieb leben. Auf ihre umweltschonende Art zu fangen ist José Luis stolz: „Wir haben gar nicht die technischen Möglichkeiten, das Ökosystem des Meeres kaputt zu machen.“

Kein Interesse an Siegel

Beifang hat er so gut wie gar nicht, mal ist eine Krabbe in der Reuse und die werfen sie sofort wieder ins Meer. So stellt man sich nachhaltigen Fischfang vor. Aber Rodríguez hat kein MSC-Siegel und will es auch nicht.

„Der MSC hat uns eingeladen, aber wir wollen das Siegel nicht“, sagt Rodríguez. „Für mich ist der MSC ein Betrug, der den industriellen Fangflotten hilft. Die Verbraucher haben keine Ahnung davon. Sie gehen in den Supermarkt, sehen das MSC-Logo und glauben, es garantiert die Nachhaltigkeit des Produktes. Dabei wissen sie nicht, wie der Fisch gefangen wurde: mit Grundschleppnetzen, Fabrikschiffen oder auf handwerkliche und nachhaltige Art.“

Der blaue Fisch

Der MSC wurde 1997 vom Lebensmittelkonzern Unilever und dem WWF gegründet. Das Ziel damals lautete, die überfischten Meere zu schützen. Mittlerweile ist der MSC das größte Ökosiegel für Wildfisch. Etwa zwölf Prozent des weltweiten Fangs tragen das Siegel. MSC wirbt damit, eine „unabhängige“ und „gemeinnützige“ Organisation zu sein. Aber abgesehen von zwei WWF-Vertretern kommen die meisten der anderen Mitglieder des Treuhandrates, einem Aufsichtsgremium, aus Fisch-und Lebensmittelkonzernen. Der MSC finanziert sich vor allem durch Lizenzeinnahmen. Von jedem verkauften Produkt mit dem blauen Fisch-Logo kassiert er 0,5 Prozent des Nettopreises. Das macht insgesamt etwa 17 Millionen Euro im Jahr.

MSC – offen für alle Fischereien

MSC-Siegel auf einer Packung | Bildquelle: WDR

MSC-Siegel auf einer Packung

Rupert Howes ist der Boss des MSC mit Sitz in London. Die Organisation hat das mehrstöckige Gebäude in bester Lage gekauft. Howes weist die Kritik zurück, die Rodriguez vorbringt: Der MSC müsse für alle Fischereien offen sein: „Wir haben keine vorgefasste Meinung darüber, was nachhaltig ist und was nicht.“

Das Siegel bekomme nur, wer die drei Standards des MSC erfülle: Der Fischbestand darf nicht überfischt werden, es muss ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement geben und das Ökosystem des Meeres soll nicht beschädigt werden. „Wir sollten keine Perfektion erwarten. Wir laden alle Fischereien ein, mitzumachen – und dann können wir gemeinsam die Probleme lösen, die sie haben.“

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Der Schwindel mit dem MSC-Siegel

Granatbarsch: Ikone aus der Tiefe

Granat- oder Kaiserbarsch bzw. Orange roughy (Hoplostethus atlanticus), hier im Melbourne Museum. Bild Pengo / CC-BY-SA-3.0

Im Zwielicht der Tiefe – Teil 1

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Zertifiziert vom MSC: Nachhaltig gefangener Granatbarsch aus Neuseeland?

Ähnliche Probleme gab es auch in Neuseeland, doch der Inselstaat gilt heute als Pionier in der Granatbarsch-Fischerei, 80% des weltweiten Fangs kommen von hier. Die intensive Befischung der 1980er und 1990er Jahre hatte die sieben neuseeländischen Bestände auf stellenweise weniger als 10% ihrer Originalgröße ausgedünnt. Anfang der 1990er Jahre wurde schnell klar, dass der Granatbarsch weit weniger produktiv ist, als zunächst angenommen worden war. Die Meereswissenschaftler mussten ihre Bestandsschätzungen nach unten korrigieren. Fangbeschränkungen und Totalverbote halfen bei der Erholung – so war Mitte der 1990er Jahre die jährlich erlaubte Fangmenge von 65.000 auf 25.000 Tonnen abgesenkt worden, um das Jahr 2000 waren es noch 17.000 Tonnen.

Rekonstruierte Granatbarsch-Fänge weltweit. Schwarze Linie: offiziell gemeldete Fänge. Bild: Sea around us

Die Deepwater Group, eine Lobbygruppe, die die Tiefsee-Fischereiindustrie Neuseelands vertritt, hatte zudem eine Zertifizierung der Granatbarsch-Fischerei nach den Nachhaltigkeits-Standards des Marine Stewardship Councils (MSC) angestoßen.

Die neuseeländische Industrie ihrerseits investierte auf dem Weg dahin in eine ausgefeilte Ausrüstung zur hydroakustischen Bestandsaufnahme, die verschiedene Fischarten in Unterwassergemeinschaften auseinanderhalten kann. In Kombination mit Videoübertragungen per Glasfaserkabel kann nun an Bord in Echtzeit gesehen werden, welche Fische genau beprobt werden. Mit den daraus abgeleiteten neuen Bestandsschätzungen entwickelten Meeresbiologen neue Wege, um die Dynamik von Granatbarsch-Populationen genauer modellieren und vorhersagen zu können. In der Folge wurden die Fanggrenzen auf etwa 4% der Bestandsgröße festgelegt, verglichen mit den 15-20% der Jahre zuvor.

Die Bestände sind seither wieder auf etwa 40% ihrer natürlichen Größe angestiegen. Für Fischereimanager liegen sie damit im grünen Bereich, bei dem ein Bestand langlebiger Fische mit vielen erwachsenen Tieren im fortpflanzungsfähigen Alter am produktivsten ist und einen maximal nachhaltigen Ertrag generiert.

Die Granatbarsch-Fischereien Neuseelands fangen jährlich jetzt zwischen 6.000 bis 7.000 Tonnen, mit einem Exportwert von über 33 Millionen US-Dollar. Seit Dezember 2016 sind rund 60% des Gesamtfangs mit dem Nachhaltigkeitssiegel des MSC versehen. Der Granatbarsch, einst ein Symbol für schlechtes Fischereimanagement, soll mit der MSC-Zertifizierung ein Aushängeschild für gutes Fischereimanagement werden. Bis zu welchem Grade die ergriffenen Maßnahmen den Bestand stabilisieren können, ist unter Meeresbiologen und Umweltschützern bis heute umstritten.

Die industrielle Befischung von Oreosomatidae oder kurz Oreos, zu denen der hier abgebildete Neocyttus helgae gehört, nahm Ende der 1970er Jahre an Fahrt auf. Bild: NOAA Photo Library, gemeinfrei

Der Granatbarsch ist nicht die einzige Art aus der Tiefe, die erst in jüngerer Zeit auf den menschlichen Speiseplan geriet und deren Konsum nun zusätzlich als nachhaltig abgesegnet wurde. Da wäre zum Beispiel der Neuseeländische Hoki (Macruronus novaezelandiae) zu nennen, von dem in Deutschland 2017 immerhin 8.400 Tonnen konsumiert wurden. Die MSC-Zertifizierung ist bereits von Umweltschutzgruppen kritisiert worden. Beim MSC hält man dagegen, dass sich der Bestand der betreffenden Hoki-Populationen seit der Zertifizierung im Jahre 2001 bis 2014 verdoppelt habe.

Zunehmend gerät das Geschäftsmodell des MSC in den Fokus der Kritik, doch die Zertifizierer präsentieren davon unbeeindruckt immer neue Arten aus der Tiefe, deren Fang sich als nachhaltig einstufen und damit besser vermarkten lässt, wie etwa 2017, als erstmalig Fischereien auf Atlantischen Rotbarsch (Sebastes fasciatus) und Schwarzen Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides) das MSC-Siegel angeheftet wurde.

Cover

https://www.heise.de/tp/features/Granatbarsch-Ikone-aus-der-Tiefe-4298175.html

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Kategorien:Europa Schlagwörter:
  1. politic
    Dezember 1, 2019 um 7:12 pm

    Alles ist Betrug und Geschäft, wo der Klima Betrug mit Al Gore den Nazi Horden aus Berlin besonders krass ist
    Die Mord und Todesschwadronen von Steinmeier, Ursula von der Leyen, Heiko Maas (Original twitter verblödete), wie in der Ukraine, Kosovo, auch in Bolvien, inklusive Plündern und Rauben. DieBundeswehr will man auch an der Chinesischen Grenze stationieren, so verrückt sind diese Irren Frauen, verblödet auch durch einen twitter account.

    Ukraine, Odessa, die EU und von Berlin finanzierten NAZI Horden unterwegs

    Bolivien: Misshandelte Bürgermeisterin bleibt standhaft (Video)
    1.12.2019 • 14:31 Uhr

    https://de.rt.com/21gz

    Quelle: RT

    Die Bürgermeisterin der bolivianischen Kleinstadt Vinto, Patricia Arcer, während der Unruhen in dem südamerikanischen Land Anfang November 2019, bei denen sie von einem aufgebrachten rechten Mob misshandelt wurde.

    Während der Unruhen in Bolivien Anfang November wurde Patricia Arcer von einem rechten Mob ergriffen, geschlagen und erniedrigt. Die Bürgermeisterin einer Kleinstadt wurde mit Farbe besprüht, geschlagen und gezwungen, ihren Rücktritt zu unterschreiben.

    Patricia Arcer erlitt durch die Schläge Nierenverletzungen. Außerdem wurden der Frau die Haare abgeschnitten.

    Mehr zum ThemaWer steckt hinter dem Staatsstreich in Bolivien?

    Nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus hat Arcer nun erklärt, dass sie gar nicht daran denkt zurückzutreten. In einem Interview ruft sie die Bolivianer dazu auf, innezuhalten und wieder mit dem Denken zu beginnen.


    https://deutsch.rt.com/amerika/95219-bolivien-misshandelte-burgermeisterin-bleibt-standhaft/

    • balkansurfer
      Dezember 25, 2019 um 7:59 pm

  2. Januar 5, 2020 um 6:57 am

    Wie Monsanto hat man Lobby Organisationen, welche den Betrug verkaufen! Real kontrollieren die Nichts, wie alle EU und Deutschen Organisationen. Nur abkassieren

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    aus Neuer Thread Ansicht umschalten Baum an
    Avatar von Alexander Durin

    Alexander Durin

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.03.2013
    04.01.2020 17:37

    12 Permalink Melden

    Aktivismus statt Journalismus

    Mal wieder ein aktivistischer Artikel der Autorin, die hier schon häufiger aufgefallen ist. Zunächst versucht es die Autorin mit Furcht und Verunsicherung:

    Haifleisch gilt besonders in Asien immer noch als sehr gesund. Dabei kann der Konsum lebensgefährlich sein. Wie Untersuchungen an verschiedenen Haiarten weltweit zeigten, ist Hai nicht nur mit PCB und Schwermetallen belastet, sondern auch mit Methylquecksilber. Bereits 2005 fanden Wissenschaftler am Institut für Analytische Chemie der Universität Mainz in einem Kilo Haifleisch bis zu 1.400 Mikrogramm Methylquecksilber

    Angaben wie „bis zu“ sind weder wissenschaftlich noch journalistisch sauber. Sie sind statistische Ausreißer. Offenbar will sie mit großen Zahlen Furcht einflößen, denn sie unterlässt es darzulegen, welche Konzentration des – übrigens aus der Natur stammenden – Methylquecksilbers für den Menschen bedenklich ist.

    Beim Menschen treten erste Effekte bei einer lebenslangen täglichen Aufnahme von 1 µg Methylquecksilber pro kg Körpergewicht auf. Im Mittel findet man 700 µg Methylquecksilber pro kg Fleisch von Haien. Somit müsste man ein Leben lang 100g Haifischfleisch pro Tag essen, damit sich erste Symptome zeigen.

    Wenn die Autorin das „lebensgefährlich“ nennt, dann war das eine Fake-News.

    Quelle: https://web.archive.org/web/20120522004901/http://www.bsh.de/de/Das_BSH/Veranstaltungen/MUS/2010/Kurzfassungen.pdf#page=23

    Dann zitiert sie eine Lobbyorganisation:

    Den Haien, die ins Netz gehen, werden kurzerhand die Flossen abgeschnitten, auch Shark Finning genannt. Die verstümmelten Tiere werden lebend zurück ins Meer geworfen, wo sie elend zu Grunde gehen.

    Die Autorin hat es unterlassen, zu erwähnen, dass dieses shark finning in der EU seit 2003 verboten ist. Es dürfen Haie nur noch ganz verwertet werden. 2013 wurde die Regelung noch einmal verschärft: die Verwertung der Haie durfte nur noch an Land und nicht mehr auf See, wo das schlecht kontrollierbar ist, vorgenommen werden.

    Dann echauffiert sie sich über einen Fischmarkt:

    Im nordspanischen Vigo befindet sich der größte Haiumschlagplatz in Europa. Hier landen jährlich zehntausende Tonnen Blauhai und tausende Tonnen Makohai […]

    In den Auktionshallen wird mit allem gehandelt, was das Meer hergibt: Seeteufel, diverse Rochenarten, Kabeljau und Papageifisch, Oktopus, Lachs, Zackenbarsch, Drachenkopf, Makrelen und Königskrabben. Die Vielfalt der Arten, mit denen hier gehandelt wird spiegelt die gnadenlose Ausbeutung unserer Meere wieder, bringen es Tierschützer auf den Punkt, die die Situation vor Ort recherchierten. Der illegale Raub an geschützten Arten wie Fuchshai, Weißspitzen-Hochseehai oder Hammerhai passiert auf dem Meer, dort wo es keiner sieht und nachweisen kann, erklärt Friederike Kremer-Obrock von der Haischutzorganisation „Shark Project“ in einem Interview.

    Der Link (https://www.unterwasser.de/reportage/vigo-in-spanien-tausendfacher-haitod), den sie auf führt ist lesenwert. Er verweist auf einen Bericht merkbefreiter Aktivisten. Die Aktivisten haben auf dem Fischmarkt in Vigo „undercover“ recherchiert, wie sie sagen. Sie lassen das Ganze bedrohlich und illegal erscheinen und echauffieren sich darüber, dass auf einem Fischmarkt Fische zum Verkauf angeboten werden. Die Fische liegen dort offen herum, Gesetzesverstöße konnten keine nachgewiesen werden. Ein propagandistisches Machwerk.

    Unter der Überschrift „Etikettenschwindel mit Haiprodukten“ versucht sie eine Täuschung der Verbraucher zu konstruieren:

    So wird geräucherter Bauchlappen des Dornhai in Geschäften und Restaurants als „Schillerlocken“ angeboten […] Das Rückenfilet des Dornhais wird See-Aal oder Steinlachs (Rock Salmon) genannt. Und der gefährdete Heringshai geht als Kalbsfisch, Seestör oder Karbonadenfisch über die Theke

    Vermutlich ist es auch Täuschung, wenn man Seelachs, Lachsforelle, Waller, Aitel, Schill oder Hechtbarsch vorgesetzt bekommt. Armseliger kann eine Argumentation nicht sein.
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    – +

    https://www.heise.de/tp/features/Hai-am-Limit-4617098.html

  3. navi
    Januar 15, 2022 um 1:36 pm

    nur 12 % haben des MSC Siegel für Geld

    Getötet und weggeworfen: Beifang in der Fischerei
    15. Januar 2022 Susanne Aigner

    Verwüstete Meeresböden, verendete Tiere – das ist die Bilanz der industriellen Fischerei. Dabei wird immer deutlicher: Die Ressource Fisch ist endlich. Eine „Ruhephase“ könnte helfen

    Vor Weihnachten lagen sie als Delikatessen in den Lebensmittelgeschäften: Rotbarben aus dem Ärmelkanal und der Nordsee neben Wolfsbarsch, Hummer und Rochenflügel. Wo und wie wurden diese Fische gefangen? Eine Aktivistin der Tierrechtsgruppe Soko Tierschutz fuhr Anfang November mit auf einem Trawler vor der Küste der Normandie, um „Seezungen zu fangen“, wie es hieß.

    In Wirklichkeit wurde alles an Bord geholt, was den Fischern in die Netze ging. Lediglich zehn Tonnen des gesamten Fanges war vermarktungsfähiger Fisch. Die meisten Fische waren zu klein für den Markt. Rochen, Schollen, junge Haie und Krustentiere sind aus Sicht der Fischer „wertloser Beifang“,

    https://www.heise.de/tp/features/Getoetet-und-weggeworfen-Beifang-in-der-Fischerei-6328222.html

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