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Die Türken Mafia, mit den Grauen Wölfen: Alaattin Cakici, Sedat Peker promotet von Angela Merkel, mit Recep Erdogan

Mai 24, 2021

Ein Mafiaboss hält mit seinen Enthüllungen die Türkei in Atem

Aus dem Exil veröffentlicht ein landesweit bekannter Krimineller Videobotschaften und bringt damit hochrangige türkische Politiker in Erklärungsnot. Das organisierte Verbrechen war immer ein Faktor in der türkischen Politik. Volker Pabst, Istanbul 20.05.2021, 05.30 Uhr Merken Drucken Teilen

Auch der mächtige Innenminister Süleyman Soylu geriet durch die Enthüllungen des Mafiabosses in Bedrängnis.
Auch der mächtige Innenminister Süleyman Soylu geriet durch die Enthüllungen des Mafiabosses in Bedrängnis. Depo Photos / Imago

Die Filmindustrie in der Türkei boomt. Netflix lässt eine Serie nach der anderen für den türkischen Markt produzieren. Besonders gross ist die Nachfrage im Ramadan. Und wenn, wie in den vergangenen Wochen, zum Fastenmonat auch noch eine strikte Ausgangssperre hinzukommt, gilt das erst recht. Zurzeit ist in der Türkei die Realität aber aufregender als jedes Krimi-Drehbuch. Keine Serienfolge wird mit grösserer Spannung erwartet als die nächste Wortmeldung des flüchtigen Mafiabosses Sedat Peker.

Der landesweit bekannte Kriminelle, der wegen Mordes im Gefängnis war, hat seit Anfang Mai auf seinem Youtube-Kanal fünf lange Videos veröffentlicht. Darin erhebt er zum Teil brisante Anschuldigungen. Aus dem Dubaier Exil erzählt Peker in jovialem Ton und mit offenem Hemd über Verwicklungen hoher Politiker und Staatsangestellter in kriminelle Machenschaften. «Ihr werdet von einer Kamera auf einem Stativ besiegt werden», so kündigte er eines seiner Videos drohend auf Twitter an.

Mafiaboss Sedat Peker in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014.
Mafiaboss Sedat Peker in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014. Islam Yakut / Anadolu Agency / AFP

Innenminister Soylu in der Schusslinie

Das prominenteste Ziel ist Innenminister Süleyman Soylu, den Peker ironisch «Süleyman den Sauberen» nennt. Standesgemäss lag während der inkriminierenden Ausführungen der Roman «Narren sterben» von Mario Puzo auf Pekers Schreibtisch. Puzo ist auch der Autor des Mafia-Klassikers «Der Pate».

Peker sagt, der Innenminister habe ihn vor bevorstehenden Razzien gewarnt. Auch sei Soylus Rücktrittsangebot im vergangenen Frühjahr nach der überhasteten Ankündigung der ersten Ausgangssperre von langer Hand geplant gewesen.

Auf den sozialen Netzwerken wurden damals innert kurzer Zeit mehr als eine Million Nachrichten verschickt, die Soylu zum Bleiben aufforderten. Präsident Erdogan lehnte daraufhin den Rücktritt ab, wodurch die Position des Innenministers deutlich gestärkt wurde. Peker sagt, er habe die Kampagne mit seinen Leuten unterstützt.

Ein Rückfall in alte Zeiten

Soylu spricht von einer üblen Verleumdung. Auch der regierungsnahe Journalist Hadi Özisik, der laut Peker als Mittelsmann zwischen ihm und Soylu fungierte, stritt am Dienstagabend im Fernsehen alles ab. Nur wenige Minuten darauf veröffentlichte der Mafiaboss jedoch die Aufzeichnung eines Videogesprächs, das er mit Özisik geführt hatte. Ein türkischer Medienschaffender kommentierte lakonisch, während in anderen Staaten Kriminelle von Journalisten überführt würden, sei es in der heutigen Türkei genau umgekehrt.

Über den Wahrheitsgehalt von Pekers Anschuldigungen kann derweil nur spekuliert werden. Der amerikanische Türkeiexperte Ryan Gingeras, der ein Standardwerk über die türkische Mafia geschrieben hat, sagte kürzlich, entscheidend sei, dass man in der türkischen Öffentlichkeit solche Verstrickungen zwischen organisiertem Verbrechen und Politik überhaupt für möglich halte.

Für Erdogan ist das ein Problem. In ihren ersten Regierungsjahren hatte seine AKP mit dem Versprechen gepunktet, mit den Machenschaften der 1990er Jahre aufzuräumen, als die Politik von mehreren Mafia-Skandalen erschüttert wurde. Die gegenwärtige Affäre ist für Regierungsgegner ein Beleg, dass Erdogans Partei nach zwei Jahrzehnten an der Macht selbst für viele der Missstände steht, die sie einst bekämpfte.

Mafia kämpft gegen Staatsfeinde

Einer breiteren Öffentlichkeit war der tiefe Staat, wie die Vermengung zwischen Geheimdienst, Politik und organisiertem Verbrechen in der Türkei genannt wird, 1996 bekanntgeworden. Damals kamen bei einem Autounfall der Polizeichef von Istanbul und ein international gesuchter Drogenhändler und Auftragsmörder ums Leben.

Anekdotische Hinweise gab es aber auch schon früher. Bei einem Besuch von Ministerpräsident Süleyman Demirel in den USA war der Drogenbaron Mehmet Nabi Inciler Teil der offiziellen Delegation und reiste sogar nach Chicago, um am Grab von Al Capone einen Kranz abzulegen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der türkische Staat im Kampf gegen linke, kurdische und armenische Gruppierungen in der Vergangenheit auch auf nationalistisch gesinnte Mafiabanden zurückgriff. Als Gegenleistung wurde bei deren kriminellen Machenschaften das eine oder andere Mal ein Auge zugedrückt.

Notorisch sind die Verbindungen der Grauen Wölfe, der Miliz der ultranationalistischen MHP, zur Unterwelt. Es gibt aber auch Mafia-Clans, die mit der kurdischen PKK oder anderen linken Gruppierungen paktierten….

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der türkische Staat im Kampf gegen linke, kurdische und armenische Gruppierungen in der Vergangenheit auch auf nationalistisch gesinnte Mafiabanden zurückgriff. Als Gegenleistung wurde bei deren kriminellen Machenschaften das eine oder andere Mal ein Auge zugedrückt.

Notorisch sind die Verbindungen der Grauen Wölfe, der Miliz der ultranationalistischen MHP, zur Unterwelt. Es gibt aber auch Mafia-Clans, die mit der kurdischen PKK oder anderen linken Gruppierungen paktierten.

Der Wiener Politologe Walter Posch sagt, dass in gewalttätige politische Konflikte mitunter auch kriminelle Verteilungskämpfe hineinspielen. Die Bedeutung des türkischen Drogengeschäfts werde besonders im Westen sträflich unterschätzt, sagt Posch, der an der Landesverteidigungsakademie des Österreichischen Bundesheers forscht und die organisierte Kriminalität in der Türkei seit längerem verfolgt.

Machtkampf im Regierungslager?

Auch bei Pekers Video-Aktion stellt sich die Frage nach dem wahren Hintergrund. Im April gingen die türkischen Sicherheitskräfte mit Razzien gegen sein Netzwerk vor, auch die Familienvilla in Istanbul wurde durchsucht. Bemerkenswert ist dabei, dass Peker überhaupt ins Visier genommen wurde.

Denn bis vor einem Jahr lebte er trotz seinem zwielichtigen Ruf unbehelligt in der Türkei. Insbesondere nach dem Putschversuch von Juli 2016 trat er mehrmals als lautstarker Unterstützer Erdogans auf. Sein Stern sank jedoch, als eine andere prominente Figur der türkischen Unterwelt an die Öffentlichkeit zurückkehrte.

Im vergangenen Frühjahr wurde im Zuge einer Amnestie der Mafiaboss Alaattin Cakici freigelassen. Dies geschah auf Ersuchen von Devlet Bahceli, dem Chef von Erdogans ultranationalistischem Koalitionspartner MHP. Cakici ist Mitglied der berüchtigten Grauen Wölfe.

https://www.nzz.ch/international/tuerkei-mafiaboss-haelt-mit-enthuellungen-die-politik-in-atem-ld.1625953?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Am 15. Juli 2017 versammeln sich Angehörige der Grauen Wölfe vor der türkischen Botschaft in Berlin, um an den gescheiterten Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs ein Jahr zuvor zu erinnern. (Sean Gallup / Getty)

«Ein Instrument in Erdogans Werkzeugkasten»: Die Grauen Wölfe reden von einer türkischen Herrenrasse und wollen in der deutschen Politik Fuss fassen Manche von ihnen bedrohen Kurden und Armenier, andere geben sich zahm und werden Mitglied in deutschen Parteien. In der Bundesrepublik stellen türkische Nationalisten eines der grössten rechtsextremen Milieus dar, wie eine neue Studie zeigt. Hansjörg Friedrich Müller, Berlin 26.04.2021

Kategorien:Europa Schlagwörter: ,
  1. gaffg
    Mai 25, 2021 um 3:04 pm

    Erdogan in Erklärungsnot: Ein türkischer Mafiaboss packt aus

    Der Mafioso Sedat Peker bringt mit Enthüllungsvideos auf Youtube die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Bedrängnis.
    Es geht um Drogenhandel, Korruption und mysteriöse Todesfälle.
    Ein Journalist der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu fragt nach – und wird gefeuert.

    Gerd Höhler
    Gerd Höhler
    |
    24.05.2021, 17:42 Uhr

    Istanbul. Es sind Einschaltzahlen, von denen viele Influencer träumen – und vor denen sich der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan allmählich fürchten muss: 70,3 Millionen Ansichten hat Sedat Peker bisher für seine sieben Auftritte bei Youtube bekommen. Der türkische Mafiaboss hat eine ständig wachsende Zuschauergemeinde von inzwischen 480.000 Abonnenten, seit er am 2. Mai begann, mit einer Serie von Videos aus seinem Exil in Dubai angebliche Verbindungen der Politik mit dem organisierten Verbrechen zu enthüllen. Die Rede ist von Drogendeals, Vergewaltigungen und Auftragsmorden.

    In der siebten Folge, die seit Sonntag online ist, schildert Peker in einem 77-minütigen Monolog unter anderem, wie ihn 1996 der damalige Innenminister Mehmet Agar mit der Ermordung des zyprischen Politikers und Journalisten Kutlu Adali beauftragt habe. Er habe für das Attentat seinen Bruder Attila angeheuert, berichtet Peker.
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    Der Anschlag sei aber fehlgeschlagen. Adali wurde wenige Monate später von einem anderen Killer ermordet. Agar habe bereits 1993 den Mord an dem türkischen Journalisten Ugur Mumcu in Auftrag gegeben, erzählt Peker in dem Video. Ein Prozess gegen Agar und weitere Angeklagte wegen ungeklärter Morde aus den 90er-Jahren wird demnächst neu aufgerollt, nachdem ein Gericht kürzlich frühere Freisprüche aufgehoben hat.

    Pekers Erzählungen führen zurück in eine dunkle Ära der Türkei. In den 1990er-Jahren gab es konspirative Verflechtungen des organisierten Verbrechens mit dem Militär, der Polizei und Geheimdiensten, der Politik und der Justiz. Man sprach vom „tiefen Staat“.

    https://www.rnd.de/politik/erdogan-in-erklaerungsnot-ein-tuerkischer-mafiaboss-mit-enthuellungsvideos-FDLOB4ZXLZBW5C2MJ2VYE6MDGA.html

  2. olga
    Juni 1, 2021 um 4:22 am

    In München aufgewachsen. Ein Bundestags Abgeordnter erhält 10.000 $ pro Monat, Graue Wölfe, lässt Leute Türken zusammen schlagen

    Türkei: Wie nahe stehen sich Staat und Mafia?


    31. Mai 2021 Elke Dangeleit


    Die Parole „Das Vaterland zuerst“ („Önce Vatan“) stimmt für den bislang Erdoğan-treuen Nationalisten und Mafiaboss Sedat Peker nur noch bedingt: Er rechnet mit dem Apparat ab. Grafik: David Benbennick/ CC0 1.0


    Türkei: Wie nahe stehen sich Staat und Mafia?Der Susurluk-SkandalDer „tiefe Staat“ ist immer noch existentAuf einer Seite lesen


    Da sich der Pate Sedat Peker auch immer wieder selbst belastet, dürften seine Enthüllungen über kriminelle Verstrickungen der türkischen Regierungsparteien weitgehend glaubwürdig sein (Teil 1)


    Seit Wochen bestimmen die Enthüllungen des Mafia-Paten Sedat Peker über die Verstrickungen des AKP-Regimes mit der Mafia die türkische Öffentlichkeit. Über Videobotschaften veröffentlicht er seither pikante Interna über die engen Verbindungen zwischen der türkischen Regierung und dem organisierten Verbrechen. Bei der Bevölkerung kommen die Videos gut an. Da Peker sich mit seinen Enthüllungen immer wieder selbst belastet, gilt der Mafiaboss als weitgehend glaubwürdig. Obwohl die Youtube-Botschaften bislang mehr als 57 Millionen Mal angeklickt wurden, schweigen die meisten regierungstreuen Medien. Als Musab Turan, Journalist der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, auf einer Pressekonferenz doch einmal unangenehme Fragen stellte, wurde er sofort entlassen und als Staatsfeind diffamiert, wie der Spiegel am 22. Mai berichtete………………..


    nnenminister Soylu schützte den Mafiapaten


    Eine zentrale Rolle bei den Enthüllungen Pekers spielt der türkische Innenminister Süleyman Soylu (AKP). Er gehört dem rechten Flügel der AKP an, der eine ideologische Nähe zur MHP hat. Soylu hatte lange seine schützende Hand über Peker gehalten, indem er ihn beispielsweise vor drohenden Razzien warnte. In einer seiner Videobotschaften berichtet Peker, dass er auf Initiative von Soylu Polizeischutz erhalten habe. Wenn ein hochrangiger Mafioso auf Betreiben des Innenministers Polizeischutz erhält, legt dies die Vermutung nahe, dass der Mafioso im Dienste der Regierung agiert hat.


    Der Oppositionspolitiker Özgür Özel (CHP) hält Soylu für eine Schlüsselfigur des Beziehungsgeflechts zwischen AKP, MHP und Mafia. Peker berichtet weiter, er habe eine Twitter-Kampagne organisiert, um Soylu zu unterstützen, nachdem der Innenminister wegen einer schlecht organisierten Corona-Ausgangssperre seinen Rücktritt erklärt hatte. In den sozialen Netzwerken wurden damals innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Nachrichten verschickt, die Soylu zum Bleiben aufforderten. Erdoğan hatte ihn daraufhin im Amt belassen.


    Innenminister Soylu spricht von übler Verleumdung, konnte aber die Vorwürfe nicht entkräften. Nach Informationen der Neuen Züricher Zeitung dementierte auch der regierungsnahe Journalist Hadi Özisik, der laut Peker als Mittelsmann zwischen ihm und Soylu fungierte, im Fernsehen alle Vorwürfe gegen Soylu. Nur wenige Minuten darauf veröffentlichte der Mafiaboss die Aufzeichnung eines Videogesprächs, das er dazu mit Özisik geführt hatte.


    Nicht nur Soylu scheint rege Kontakte mit Peker unterhalten zu haben. Peker berichtet auch über Aufträge aus Erdogans AKP-Kreisen: Beispielsweise sollte er einen Abgeordneten verprügeln lassen. Für den Auftrag soll er 2015 vom AKP-Abgeordneten Metin Külünk 10.000 Dollar erhalten haben, um einen Mob auf das Verlagshaus der Zeitung Hürriyet loszulassen. Deren Verleger musste seine Zeitung kurz darauf an einen Erdogan-treuen Unternehmer verkaufen. Peker berichtet auch von einem Machtkampf zwischen Innenminister Soylu und Erdoğans Schwiegersohn Berat Albayrak um die Nachfolge Erdoğans. Zu diesem Zweck ließ Soylu anscheinend Erdoğans Sprecher und Büroleiter abhören.


    Ex-Innenminister Mehmet Agar und die Mafia


    Über den ehemaligen Justiz- und Innenminister Mehmet Agar (AKP), dem schon lange Verbindungen zur Mafia nachgesagt werden, berichtet Peker, dass der türkische Staat in dessen Amtszeit in den 1990er-Jahren rechtsgerichtete Mafiosi als Handlanger einsetzte, um kurdische Politiker, Geschäftsleute und unbequeme Personen wie zum Beispiel Behçet Cantürk und Savaş Buldan zu töten. Buldan war der Ehemann der heutigen HDP-Ko-Vorsitzenden Pervin Buldan. Am 3. Juni 1994 wurde er zusammen mit seinen Freunden Adnan Yıldırım und Hacı Karay beim Verlassen eines Hotels in Istanbul von Personen in Polizeiuniform verschleppt. Einen Tag später tauchten die Leichen der drei Männer in der 270 Kilometer entfernten Stadt Bolu auf.


    „Buldan und seine Freunde waren gefoltert und anschließend durch Kopf- und Brustschüsse getötet worden. Zahlreiche Brandwunden bedeckten ihre Körper, an manchen Stellen hatte sich die Haut abgelöst“, heißt es in einem Bericht der kurdischen Nachrichtenagentur ANF anlässlich der Enthüllung von Peker.


    Auch der aufsehenerregende Mord am türkischen Starjournalisten Ugur Mumcu im Jahr 1993 und die späteren Morde an dem türkisch-zypriotischen Journalisten Kutlu Adali und an Theofilos Georgiadis, dem damaligen Vorsitzenden des zypriotischen Kurdistan-Solidaritätskomitees, scheinen auf das Konto von Agar zu gehen. Beide wurden ebenfalls in den 1990er Jahren getötet. Mumcu hatte damals über die Verstrickung von Behördenvertretern in Drogen- und Waffenverkäufe recherchiert.


    Adali war zypriotischer Journalist, der über den türkischen Terror in Zypern schrieb. In den 1990er Jahren seien in Zypern Zeitungsredaktionen bombardiert, Autos von Politikern und Journalisten in die Luft gejagt und Parteigebäude beschossen worden, erinnert ANF. Kurz nach der Veröffentlichung des Videos von Peker hob das Berufungsgericht in Ankara die Freisprüche von 19 Angeklagten im Jahr 2019 auf, darunter den von Mehmet Agar, und ordnete die Wiederaufnahme des sogenannten Jitem-Prozesses an. Der Name des Militärgeheimdienstes Jitem ist in der Türkei zum Synonym für den „tiefen Staat“ geworden, also für die Zusammenarbeit von Staat, Geheimdienst und organisiertem Verbrechen. 1996 musste Agar wegen des „Susurluk-Skandals“ als Innenminister zurücktreten.


    https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-Wie-nahe-stehen-sich-Staat-und-Mafia-6058109.html


    Fachliteratur


    „Nato Geheimarmeen“ von Daniele Ganser. Reicht bis ca 1990.Das Kapitel Türkei ist eines der Hauptteile.


    Geschichtsbewußtsein ist meistens hilfreich.

    • olpü
      August 29, 2022 um 6:39 am

      News
      Turkish Opposition Demands Action Over ‘Mafia Boss’s’ Corruption Claims
      Hamdi Firat Buyuk
      Sarajevo
      BIRN
      August 29, 202211:05
      Turkish opposition parties have filed criminal complaints after exiled convicted crime boss Sedat Peker posted new claims about the existence of a corruption network involving senior officials.
      Sedat Peker. Photo: Sedat Peker’s Facebook page.

      Turkish opposition parties filed criminal complaints on Monday demanding that prosecutors take action against an alleged high-ranking corruption network that Sedat Peker, an exiled convicted crime leader, has tweeted about.

      “If the judiciary cannot fight against crime, corruption and bribery everything will be finished. We are now waiting for an effective and comprehensive investigation [into Peker’s claims],” Muharrem Erkek, the vice chair of the Republican People’s Party, CHP, said on Monday after his party filed a criminal complaint.

      In addition to the main opposition CHP, several other parties, including the junior opposition the Good Party and right-wing Victory Party, also filed criminal complaints on Monday.

      Peker, who fled from Turkey in 2020 and now lives in the United Arab Emirates, has made a new series of corruption allegations against senior members of President Recep Tayyip Erdogan’s ruling Justice and Development Party, AKP, senior bureaucrats, businesspeople and journalists.

      In 50 tweets over the weekend he said that Capital Markets Board SPK head Ali Fuat Taskesenlioglu, AKP lawmaker Zehra Taskesenlioglu, Erdogan’s advisor, Serkan Taranoglu, the Union of Chambers, Commodity Exchanges of Turkey member Salih Orakcı, and columnist Burak Tasci, all took bribes as part of an organized network.

      Some of the mentioned individuals already rebuffed the claims against them and said that they will file criminal complaints against Peker.

      The names that Peker revealed allegedly demanded bribes from Mine Tozlu Sineren, a businessperson; Peker supported his claims with screenshots of alleged correspondence between them.

      “I reported this to state institutions … but have not received a response,” Sineren said in a TV interview on Saturday, confirming the bribery allegations.

      The Prosecutor’s office and the government have not made any official statements about the corruption claims.

      Peker had previously shared several YouTube videos about the alleged illegal activities of politicians, business people, journalists and other individuals close to the President Erdogan and his ruling AKP.

      https://balkaninsight.com/2022/08/29/turkish-opposition-demands-action-over-mafia-bosss-corruption-claims/

      Blöd in Ankara, für Fotos, mit Milliarden erkauft, faselt dummes Zeug

    • balkansurfer
      September 19, 2022 um 10:34 pm

      Die Spuren führen bis Albanien

      Der Leiter der Polizeistation Rinas wurde von den Verteidigern des türkischen Staatsbürgers Ahmet Emre Olur, der nur wenige Stunden nach seiner Festnahme am Flughafen Rinas in die Türkei abgeschoben wurde, strafrechtlich angeklagt.

      Verteidiger werfen Parparim Dema „Pflichtmissbrauch“ vor und behaupten, er sei darüber informiert worden, dass das Leben ihres Mandanten in Gefahr sei, wenn er in die Türkei abgeschoben werde. Sie behaupten, der Leiter der Polizeiwache von Rinas habe Olur nicht einmal erlaubt, sich mit den Anwälten zu treffen.

      Emre Olur ist als Presseberater des türkischen Gangsters Sedat Peker bekannt und wird von den türkischen Behörden beschuldigt, Teil des großen kriminellen Netzwerks zu sein, das Peker aufgebaut hat.

      Kallëzohet penalisht shefi i komisariatit të Rinasit, ja për çfarë akuzohet
      19/09/2022, 22:42
      https://newsbomb.al/kallezohet-penalisht-shefi-i-komisariatit-te-rinasit-ja-per-cfare-akuzohet/

      • balkansurfer
        November 9, 2022 um 5:12 pm

        und schon wird gegen die Frau gehetzt

        Wie die CIA Journalisten erfolgreich für Propaganda eingespannt hat
        09. November 2022 um 12:09 Ein Artikel von: Tobias Riegel

        In einem Video von 1983 schildert ein CIA-Agent sehr offen, wie er Medien für die Zwecke seines Geheimdienstes erfolgreich genutzt hat. Das Video ist nicht nur als Zeitzeugnis interessant. Es ist auch lehrreich für die Gegenwart, etwa für die Bewertung der Berichterstattung zum Ukrainekrieg. Die Strategien der CIA zum Missbrauch von willigen, naiven oder überrumpelten Journalisten wurden seit dem Interview sicherlich weiter verfeinert und erheblich ausgebaut. Das Vorgehen ist selbstverständlich nicht exklusiv für die CIA oder die USA – mutmaßlich versuchen viele Geheimdienste, diese Art der Medien-Infiltration zu nutzen. Von Tobias Riegel.

        Edward Snowden hat über Twitter ein Interview mit dem ehemaligen CIA-Agenten Frank Snepp zur geheimdienstlichen Infiltration von Medien während des Vietnamkriegs verbreitet. Snowden sagt dazu:

        „Das wichtigste Interview des Jahres wurde 1983 aufgenommen.“

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=90167

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