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Sanktionen gegen Russland: Wie BRICS, der Globale Süden, Reeder die EU Forderungen verweigern

Mai 21, 2022
Griechenland: Reeder für Putin

20. Mai 2022 Wassilis Aswestopoulos

Öltanker der Suezmax-Klasse der griechischen Reederei Thenamaris, 2017. Bild: kees torn, CC BY-SA 2.0

Inhaltsverzeichnis

  1. Griechenland: Reeder für Putin
  2. Reeder „scheißen auf Premierminister“
  3. Auf einer Seite lesen

Nur ein Schifffahrtsunternehmen will künftig kein russisches Erdöl mehr transportieren. Alle anderen scheren Regierung und EU nicht. Ein Reeder fand wenig schmeichelhafte Worte für Premier Mitsotakis

Reeder aus Griechenland, Zypern und Malta haben mit ihrem Lobbyismus bei ihren Regierungen und in Brüssel bei der EU erreicht, dass es kein Embargo gegen den Transport russischen Erdöls geben wird. Die Regierungschefs von Griechenland und Zypern, Premierminister Kyriakos Mitsotakis und Staatspräsident Nikos Anastasiades haben nach eigenen Angaben gemeinsam im Sinn der Reeder interveniert.

Reeder verdienen bereits an Kriegsfolgen

Gekippt sind offenbar auch die Pläne der Kommission, die Versicherung von europäischen Tankschiffen für den Transport russischen Öls zu unterbinden. Die Reedereien führen an, dass sie auch durch Charter-Verträge gebunden sind und bei einem Embargo in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht seien.

Noch Anfang April stellte sich die Situation anders dar. Die griechische Zeitung To Vima berichtete, dass die Reeder aufgrund der erhöhten Nachfrage von Flüssiggas mit wachsenden Erträgen rechnen können. Sie hatten frühzeitig, bereits vor Beginn des Krieges in entsprechende Tanker investiert. Im August 2021 meldete das Branchenmagazin maritimes.gr, „wenn es einen Markt gibt, der als Kapital für die Zukunft gilt und sich im Aufschwung befindet, dann ist es der Schiffstransportmarkt für LNG“.

Vorgestellt wurden die Investitionen in LNG-taugliche Tanker der Reederfamilien Angelicoussis, Livanos, Kasidokostas, Latsis, Oikonomou und Martinos. Das Magazin vermeldet, dass die griechischen Reedereien ihre Investition verstärkt hätten und dass zahlreiche Schiffe unter griechischer oder maltesischer Flagge registriert seien.

Ebenfalls vor dem Krieg vermeldete die griechische Wirtschaftszeitung Naftemporiki einen langjährigen Leasingvertrag der Reederei Tsakos Energy Navigation für einen LNG-Tanker mit Nutzvolumen von 174.000 Kubikmetern.

Am 27. Februar, drei Tage nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, vermeldete die Naftemporiki, dass die griechischen Reeder 2021 weltweit am stärksten in LNG-Tanker investiert hätten und im Fall eines russischen Gasembargos vor guten Geschäften stehen würden.

Griechische Reeder kaufen zudem vormals russische LNG-Tanker, die wegen der Sanktionen gegen Russland nun von Kreditinstituten, wie der ING Bank meistbietend verkauft werden. Die Banken versuchen über den Verkauf der von ihnen finanzierten Schiffe, die vertraglichen Bindungen an russische Firmen zu beenden.

Ein Rückgang der Transporte russischer Güter per Schiff von 35 Prozent, welche über die Lloyd’s List Intelligence ermittelt wurde, machten Reedereien gemäß der Reportage von To Vima mit höheren Transportpreisen wett. Auch bei den Containerschiffen sind die griechischen Reeder Weltmeister. In der Heimat genießen sie zahlreiche Steuervorteile und gehören somit nicht unbedingt zu denjenigen, die aktuell am meisten um ihre Existenz fürchten müssen.

Nach Angaben des Verbandes griechischer Reeder hatten die Schiffseigner des Landes 2021 30,25 Prozent der weltweiten Kapazitäten für Erdöltransporte. Bei LNG/LPG waren es 15,58 Prozent. Ein Anteil, der laut der Zeitung Kathimerini bis Mitte März auf 22,35 Prozent anstieg .

https://www.heise.de/tp/features/Griechenland-Reeder-fuer-Putin-7101544.html

Treffen mit Gästen: BRICS offen für neue Mitglieder

20 Mai 2022 22:16 Uhr

Bei dem Treffen der BRICS-Außenminister ging es Donnerstag neben wirtschaftlichen auch um sicherheitspolitische Fragen. Im Ukraine-Konflikt sehen die Länder Verhandlungen als beste Lösung an. In Lateinamerika könnte es bald einen zweiten Mitgliedsstaat geben.

Treffen mit Gästen: BRICS offen für neue Mitglieder
Der chinesische Außenminister Wang Yi leitet am 19. Mai 2022 in der chinesischen Hauptstadt Peking ein Treffen der BRICS-Außenminister per Videolink.

Anlässlich des Treffen der BRICS-Außenminister am Donnerstagabend Pekinger Zeit sagte der chinesische Präsident Xi Jinping, dass die Welt vor einer Reihe von Herausforderungen stehe, darunter die Erholung der Wirtschaft, ein wachsendes Wohlstandsgefälle und akute Probleme wie der Klimawandel und die Regulierung des digitalen Raums.

„Die BRICS sollten sich … dem Hegemonismus und der Machtpolitik widersetzen, dem Denken des Kalten Krieges und der Blockkonfrontation widerstehen und zusammen eine Gemeinschaft mit gemeinsamer Sicherheit für die Menschheit aufbauen“, sagte Xi laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

China, das derzeit den Vorsitz der Gruppe innehat, möchte den Fünf-Nationen-Block aufstrebender Volkswirtschaften um weitere Mitgliedsstaaten erweitern, wie ein hochrangiger chinesischer Diplomat mitteilte. Der Wirtschaftsblock der BRICS-Staaten, dessen Name sich von den Initialen der Mitgliedsländer ableitet, besteht derzeit aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Gemeinsam stehen sie für über 40 Prozent der Weltbevölkerung und rund 24 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. https://de.rt.com/international/138998-treffen-mit-gaesten-brics-offen-fuer-neue-mitglieder/

Sanktionen gegen Russland: Wie der Globale Süden ausschert

04. Mai 2022 Harald Neuber

Sanktionen gegen Russland

Inhaltsverzeichnis

  1. Sanktionen gegen Russland: Wie der Globale Süden ausschert
  2. FAO: Getreidepreis steigt um 17 Prozent
  3. Viele verurteilen, wenige ergreifen konkrete Schritte
  4. Mehrheit schließt sich Sanktionen nicht an
  5. Auf einer Seite lesen

Im Westen fühlt man sich im Ringen mit Moskau auf der Seite der Guten und der Mehrheit. Doch was ist gut, wenn eine Kriegseskalation andernorts millionenfachen Hungertod bedeuten könnte? Und welche Position bezieht die Staatenmehrheit?

Geht es in westlichen Medien um den Krieg in der Ukraine, sind die Superlative Legion. Die Ukraine führe ihren Verteidigungskrieg gegen die russischen Invasoren auch „für unsere Freiheit„, „für die Demokratie Europas„, „unsere Lebensweise„, ja: „unsere Zukunft„.

In weiten Teilen der Erde sorgt man sich angesichts der politischen und militärischen Eskalation im Osten Europas um etwas viel Banaleres: um das eigene Überleben. Denn in zahlreichen Staaten des Globales Südens, den Entwicklungs- und Schwellenländern also, verschärft der Krieg ohnehin schwelende Ernährungskrisen.

Die Zahlen von Hilfsorganisationen sind alarmierend, sie werden angesichts des alles übertönenden Kriegsdiskurses aber weder politisch noch medial wahrgenommen. Das dürfte sich rächen, denn schon jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass der Hunger weltweit wieder zunimmt – und dass damit ein enormes Konfliktpotenzial entsteht, das, direkt oder indirekt, auch unsere westlichen Gesellschaften zu spüren bekommen werden.

Die schweizerische Entwicklungsorganisation Helvetas wies unlängst darauf hin, dass die Ukraine und Russland vor dem Krieg rund 30 Prozent des weltweiten Weizenbedarfs abgedeckt haben; hinzugekommen sei der Export von Mais, Raps und Speiseölen.

Seit dem russischen Angriff am 24. Februar hat die Ukraine die Exporte eingestellt, Russland hat die Nahrungsmittelausfuhren massiv reduziert. UN-Generalsekretär António Guterres warnte schon Mitte März vor einem „Wirbelsturm des Hungers“.

  1. Sanktionen gegen Russland: Wie der Globale Süden ausschert
  2. FAO: Getreidepreis steigt um 17 Prozent
  3. Viele verurteilen, wenige ergreifen konkrete Schritte
  4. Mehrheit schließt sich Sanktionen nicht an
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