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Die Wirtschafts Mafia: Law, Greenspan, Bernanke: Und jetzt werden wir alle reich


In anderen Ländern, spricht der Westen dann von Mafiösen Zuständen, wenn die Einkommen so verteilt sind.

siehe Greenspan, über die Betrugs Banker! oder das die USA einfach die Gelddruck Maschine anwerfen.

 

JP Morgan Chase – Goldman Sachs – Deutsche Bank: Die Betrugs Maschinerie im “Ponzi” System
Law, Greenspan, Bernanke: Und jetzt werden wir alle reich (Teil 2)

10. 04. 2012 | Von: Otmar Pregetter

bert brecht„Reicher Mann und armer Mann. Standen da und sahen sich an. Und der Arme sagte bleich: „Wär` ich nicht arm – wärst du nicht reich!“ (Bertold Brecht, „Alfabet“, 1934).

Nach meinem Informationsstand ist nicht überliefert, ob Bertolt Brecht die wichtigsten Zusammenhänge der Weltwirtschaftskrise 1929-1933 ff. analysierte. Auf alle Fälle hat er mit seinem kurzen Gedicht, DIE wichtigste, real-ökonomische Ursache der Finanzkrise seit 2007 genannt: die Ungleichheit der Verteilung der Einkommen und Vermögen – weltweit!

Der erste Teil dieses Artikels ist unter diesem Link zu finden.

„Dieser Mist darf sich nicht wiederholen“ forderte Peer Steinbrück ca. ein Jahr nach dem Bankrott von Lehman & Brothers kurz vor dem Weltfinanzgipfel in Pittsburgh im Oktober 2009. Am 27. August schreibt er in einem Brief an Geithner (US-Finanzminister) und seinen Kollegen der G-20-Runde, dass „überhöhte Bonusregelungen“ angesichts der großen Rettungspakete für die Banken politisch nicht zu vermitteln seien. Ach … was wurde nicht alles geredet – u.a. davon, dass alle Produkte des OTC-Handels (außerbörslicher Handel) vor allem der Hedgefonds an einer Börse notieren müssten, dass die Banken – der zum lächerlichen Stehsatz verkommene Slogan: „Too Big to Fail“ wurde bei jedem Kaffeekränzchen bis zur Unkenntlichkeit zerredet – NUR gegen eine rasche Erhöhung ihres Eigenkapitals, die Staatshilfen (damals immerhin ca. 600 Mrd., also das Doppelte des damaligen Bundeshaushaltes!) erhalten, usw. Vorrangig ging es nur darum, das Finanzsystem unter allen Umständen zu retten – auch jene, die dieses Desaster verursachten: die Geschäftsbanken!

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Während die SPD kurz vor den Bundestagswahlen auch die Banken „angemessen an den Kosten ihrer Rettung beteiligen wollte“ (was immer die SPD damit meinte?), schob im Gegensatz hierzu Frau Merkel – für Sprechblasen allseits bekannt – solche wie z.B. „Klug aus der Krise“ und „Charta der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung“ aus dem Ärmel. Dem nicht genug, trat gerade sie an, um die „Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern“, so einige ihrer Wahlslogans, mit denen sie auf Stimmenfang ging! Begleitet wurden ihre Vorstellungen durch eine Begrenzung der Staatsschulden – womit sie Deutschland als weit und breit einziges Land in die Vorreiterrolle bugsierte. Vor dem Hintergrund der Ausdehnung der Bilanzen sowohl der EZB (ca. 2000 Mrd..) als auch der Deutschen Bundesbank, mutet Merkel`s damalige Vorstellung, es gelte zu verhindern, dass „die Notenbanken künftig viel billiges Geld in Umlauf bringen“ wie ein Aprilscherz auf Seite eins der ZEIT, oder ihrer Haus- und Hof-Postille, der FAZ, an.

„Die tiefe Ursache der größten Krise ist die Ungerechtigkeit der Verteilung“ lautete der knappe Befund einer von der UN-Generalversammlung eingesetzten Kommission, der 18 Experten (darunter Joseph Stiglitz, Charles Goodhart, britischer Geldfachmann und Jean-Paul Fitoussi, französischer Konjunkturexperte) angehörten.

Was im 113-seitigen Bericht stand, widersprach diametral dem Programm für nachhaltiges Wirtschaften der Bundeskanzlerin Merkel: weil …

  • die Gewerkschaften rund um den Globus geschwächt
  • die Sozialausgaben gekürzt
  • die Steuern für Reiche gesenkt

wurden, kam es zu einer sozialen Schieflage. „Es wurde Geld umverteilt von denjenigen, die es für ihre Grundbedürfnisse ausgegeben hätten, zu denjenigen, die viel mehr hatten, als sie ausgeben konnten!“

Auch in Deutschland, dem Land, in dem die „Soziale Marktwirtschaft“ erfunden wurde!

Eine Wirtschaftspolitik, die die Ungleichheit der Einklommen zuließ und diese durch die Fiskalpolitik noch verschärfte, ist die wichtigste Ursache (neben der Gier der Banken) für diese weltweit fatale Entwicklung. In den USA z.B. entfielen auf die obersten 10 % der Bevölkerung fast unglaubliche 50% aller Markteinkommen der Volkswirtschaft – so viel, wie damals 1929, als die größte Krise ausbrach!

Anteil Markteinkommen USA

Einen dreißigjährigen Krieg nennen die Autoren des Buches „Winner-take-All-Politics“ Jacob Hacker und Paul Pierson die verheerende Umverteilung seit Reagan 1980: zwischen1979-2005 gingen 20 % aller Einkommenszuwächse in den USA an die 0,1 % der Topverdiener (300.000). Auf 180 Mio. Amerikaner, die unteren 60 % der Bevölkerung, entfielen gerade mal 12.5 % der Einkommen nach Steuern.

Die Totschlagargumente – Globalisierung, technischer Fortschritt, fehlende Bildung – verlieren unter dem empirischen Brennglas an Bedeutung. Ende des 19. Jahrhunderts sagte der legendäre Wahlkampfmanager Mark Hanna, es gäbe zwei Dinge im Leben der Politik:

„Das Erste ist Geld – und das Zweite habe ich vergessen“.

Was der Durchschnittsverdiener beim Lohn einbüßte – holte er sich als Kredit von der Bank, denn nur so konnte er sich seinen Lebensstandard aufrecht erhalten. Die Verschuldung der Haushalte in den USA stieg weit über 100 % des Netto-Nationaleinkommens an und Greenspan, der mit billigem Geld und niedrigen Zinsen (tatsächlich gab es über Jahre negative Realzinsen!) den Geldhahn aufdrehte, wurde als jener Mann „gefeiert, der der US-Wirtschaft auf diese Weise den längsten Aufschwung der amerikanischen Geschichte bescherte“ … bis diese GELDILLUSION in der riesigen Blase (Subprime Kredite) im September 2008 platzte (siehe Teil 1).

USA : Daten der Schande – „The Rich Get Even Richer“ 

Eine Vorwarnung: Alle Leser, die nicht so vertraut mit den Auswüchsen der exorbitanten Lohnspreizung sind, sollen sich bitte einfach mal hinsetzen:

Die obersten 1 % (!) der Bevölkerung sind die Gewinner der letzten zwei Dekaden:

  • 2010 gingen 93 % des gestiegenen Markteinkommens (zu 2009) an die obersten 1 %, was einer Zunahme um ca. 12 % entspricht – auf 99 % der Menschen entfielen nur 7 % des Zuwachses, was einem Anstieg von 80,– $ oder 0,2 % p. a. ausmacht
  • Von der Zunahme für die 1 % der Bestverdienenden profitierten die 0,01 % („The Super-Rich“: ca. 15.000 Haushalte mit einem Durchschnittseinkommen von ca. 23,8 Mio $ p.a. ) am meisten: auf sie entfielen 37 % der Einnahmensteigerung (ca. +22 %!)
  • In jeder Regierungsperiode profitierte das oberste 1 % am Meisten: in der Clinton-Ära +45%, unter Bush jun. waren es +65 % und unter Obama (trotz Rezession 2009) +93 %!

Überdies führte die Steuersenkung unter Bush jun. (Dividenden und Gewinne aus Beteiligungen werden nur mit 15 % besteuert) zur Tatsache, dass die Sekretärin von Warren Buffet mehr Einkommensteuer zahlt als einer der reichsten Männer der USA.

Und der Rest der Einkommensbezieher?

  • Auf 150,4 Mio. Arbeitnehmer entfiel eine Lohnsumme von 6.009 Mrd. $.
  • Der durchschnittliche Lohn betrug ca. 40.000,- Dollar (2010).
  • Ein Rekordanteil von 66,2% aller Lohnempfänger lag unter diesem Durchschnitt.
  • Der Median (50 % der Arbeitnehmer liegen darüber, 50 % darunter) lag bei ca. 26.000 $.
  • Während auf die untersten drei Quintile (60 %) der Arbeitnehmer 1979 immerhin noch ca. 30 % des Markteinkommens entfiel – sank dieser Anteil auf 22 % im Jahr 2007.

Fazit: Angesichts der Tatsache, dass ca. 70 % des US-BIP aus dem privaten Konsum generiert wird, stellen solch gravierende Ungleichgewichte der Einkommensverteilung einen immensen Hemmschuh der ökonomischen Entwicklung dar. Alle euphorischen Wachstumsziffern der USA sind daher mit großer Skepsis zu betrachten. (Quelle: www.querschuesse.de)

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Gustav Horn (Böckler Impulse 03/2011) konstatiert Deutschland als „Mutterland der Ungleichheit“ was er mit der Einkommensverteilung seit 1980 begründet. Der wesentliche Grund liegt in der Spreizung zwischen Einkommen aus Kapital- und Unternehmensgewinnen und den Lohneinkünften (siehe u. a. Abbildung). Seine Aussagen wurden erst vor ein paar Tagen durch das DIW bestätigt. „Die Wirtschaft ist seit der Jahrtausendwende ordentlich gewachsen. Die Gewinne und Vermögenseinkommen sind insgesamt sogar kräftig gestiegen. Doch bei den meisten Erwerbstätigen ist von dem Wirtschaftswachstum nichts angekommen“, sagte Markus Grabka der Berliner Zeitung vom 19. Juli.

Die realen Nettogehälter sind seit 2000 um 2,5 % gesunken – jene der drei untersten Einkommens-gruppen jedoch um 16-22 %!

Einkommensentwicklung

Das Auseinanderklaffen der inflationsbereinigten Arbeitnehmereinkommen im Vergleich zu jenen aus Gewinn – und Vermögenseinkommen wurde durch die Senkung sowohl der Spitzensteuersätze auf das Einkommen als auch der Körperschaftssteuer eingeleitet und beschleunigt. Hinzu kam das „Sklavenhalterprogramm – genannt Hartz 4“ – das von ROT / GRÜN unter großem Tamtam exekutiert wurde, das einen Sektor an prekären Arbeitsverhältnissen schuf, der fast ein Viertel aller Arbeitnehmer betrifft.

Einkommensverteilung

Deutschland, der ehemalige Exportweltmeister, darf sich auch den Titel des „Europameisters der Ungleichheit der Einkommensverteilung“ anheften, auch wenn die offiziellen Regierungsblätter und –verantwortliche diesen Fakten nur sehr ungerne ins Auge sehen wollen!

In der Politik „passiert“ nichts zufällig!

……….

http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/4260-law-greenspan-bernanke-und-jetzt-werden-wir-alle-reich-teil-2.html

 

 

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Plünderung der USA und EU in den Kriegs Gebieten


Ausverkauf im Kriegsgebiet


Bildmontage: HF

20.10.11
InternationalesInternationalesDebatte 

 

Wie die Besatzer im Irak, Kosovo und in Afghanistan staatliches Eigentum verscherbeln

Inge Höger und Sarah Nagel

Vor knapp zehn Jahren begannen US- und ¬NATO-Truppen den Krieg gegen Afghanistan. Sie werden dort nicht nur Zehntausende Tote und Verletzte hinterlassen, sondern auch ein umgekrempeltes Wirtschaftssystem und privatisierte Staatsunternehmen. Nicht nur am Hindukusch haben die Besatzer für Privatisierungen gesorgt.

Nach dem Angriff auf den Irak im März 2003 ließen sie kaum etwas unversucht, um staatliche Firmen zu privatisieren und möglichst viel Gewinn mit ihnen zu machen. Drei Monate nach Kriegsbeginn beauftragte die US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (USAID) die Beraterfirma BearingPoint damit, die irakische Wirtschaft profitabel zu machen. Die Firma sollte unter anderem Pläne für den Staatshaushalt, neue Wirtschaftsgesetze und Regeln für Handel und Zölle erarbeiten und Aufgaben für künftige irakische Ministerien festlegen. Für die Beratung zahlte USAID knapp 80 Millionen US-Dollar.

Wiederaufbau à la USA

Die Besatzungsbehörde unter dem von Präsident George W. Bush eingesetzten Zivilverwalter Paul Bremer beschloß wenig später zirka 100 Erlässe, um die irakische Ökonomie neu zu organisieren. Sie krempelte die Wirtschaft komplett um und gab dem Ausverkauf den Namen »Wiederaufbau«. Bremers Regeln sehen unter anderem vor, daß ausländische Unternehmer irakische Firmen zu hundert Prozent übernehmen und die Gewinne aus dem Land ausführen dürfen. Das galt für Industriebetriebe, aber auch für die Bereiche Kommunikation, Medien, Wasserversorgung, Transportwesen, Landwirtschaft und soziale Dienstleistungen. Irakische Banken dürfen von ausländischen Unternehmen kontrolliert werden. Der Höchststeuersatz wurde von 45 auf 15 Prozent gesenkt. Einer der ersten Erlässe hob alle Zölle und Abgaben auf Importe auf, so daß irakische Firmen mitten im Krieg und nach dreizehn Jahren Embargo plötzlich mit Konzernen aus aller Welt konkurrieren mußten. Ein Beispiel für die Folgen dieser Politik war das Monopol ausländischer Firmen auf verwendetes Saatgut, das durch den Erlaß 81 möglich wurde. Weil die Unternehmen sich für einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren das Recht an Produktion, Reproduktion, Verkauf und Export von Saatgut gekauft haben, kann anderes Saatgut nicht verwendet werden, ohne diese Firmen zu kompensieren. Irakische Bauern können nicht mehr ihr eigenes Saatgut verwenden, wie sie es seit Jahrtausenden getan hatten, sondern müssen es von Konzernen wie Monsanto, Bayer oder Dow Chemicals kaufen.

200 staatliche Firmen wurden zur Privatisierung freigegeben, und in der Folge Hunderttausende Iraker arbeitslos. Vor allem US-amerikanische Unternehmen griffen zu und sicherten sich Gewinne. Sie erhielten millionenschwere Verträge, zum Beispiel für die Instandsetzung von Ölfeldern oder die technische und logistische Unterstützung der US-Truppen selbst. Finanziert wurden diese Aufträge größtenteils durch die Profite aus dem Verkauf des irakischen Öls.

Insgesamt wurde die Zahl der staatlichen Unternehmen im Irak von der Weltbank 2003 auf 192 festgesetzt. Laut einem Bericht, den die Institution gemeinsam mit den Vereinten Nationen im Oktober 2003 veröffentlichte, hatten diese Unternehmen insgesamt 650000 Angestellte. Durch die Privatisierung seien Entlassungen unabwendbar, stellten die Autoren fest, und das könnte eine soziale Krise auslösen. Deshalb schlugen sie vor, die Unternehmen erst »mittelfristig« zu verkaufen. Als wichtigste Maßnahmen empfahlen UN und Weltbank für das Jahr 2004 ebenfalls, die Kontrolle über alle Staatsunternehmen in einer Agentur zusammenzuführen und Gesetze zu entwerfen, die Privatisierung und Investitionen erlauben. Der Plan ging nur zur Hälfte auf. Sieben Jahre später seien immer noch nicht alle Gesetze beschlossen, meinte Industrieminister Fawzi ¬Hariri, und für Sektoren außerhalb der Ölbranche fänden sich nicht genügend Interessenten. Die Zahl der staatlichen Unternehmen gibt er allerdings mit 67 an, also 125 weniger als noch vor dem Einmarsch der westlichen Truppen. Die Privatisierung der staatlichen Unternehmen geht nach Meinung der Verantwortlichen aber schleppend voran. Eine Privatisierungsagentur wie in Afghanistan gibt es im Irak noch nicht. Das von USAID finanzierte Projekt Izdihar zur Stärkung der Privatwirtschaft im Irak hat es lediglich geschafft, im Jahr 2005 die Gründung eines »Interministeriellen Komitees« zu initiieren, das wenig später eine »Blaupause für Privatisierungen« beschloß. Dieser Plan, erklären Vertreter von Izdihar stolz, sei beinahe identisch mit einem Vorschlag, den sie dem Komitee drei Monate zuvor gemacht hatten. Er sieht auch die Gründung einer Privatisierungsagentur vor. Izdihar verfolgt währenddessen seine Lobbyarbeit weiter und sieht es auch als seine Aufgabe, in der Bevölkerung mehr Rückhalt für den Verkauf von staatlichem Eigentum zu schaffen. An der Skepsis der Iraker scheitern derartige Ambitionen nämlich immer wieder. Es sei schwierig, Privatisierungsgesetze überhaupt durch das Parlament zu bekommen, erklärte Minister Hariri 2009, und auch die Öffentlichkeit lehne Privatisierungen eher ab. Der Unmut ist berechtigt, denn schließlich müssen viele Iraker um ihren Arbeitsplatz fürchten. Außerdem liegt die Priorität der Besatzer eindeutig nicht darauf, daß es den Menschen im Irak besser geht. Der ehemalige US-Soldat James Gilligan, der in Einsätzen im Irak und Afghanistan war und heute gegen den Krieg kämpft, erzählt aus seiner Zeit im Irak, daß er wochenlang keine Möglichkeit hatte zu duschen, aber nach 47 Tagen ohne Dusche Spiele für die Playstation II kaufen konnte. »Die hatten sich erst darum gekümmert, daß die Firmen, die Verträge mit der Regierung hatten, ihre Sachen ins Land schaffen konnten. Die Einwohner haben jetzt oft immer noch kein fließendes Wasser und keinen Strom«, erzählt er.

»Jungfräuliches Territorium«

Auf der Jagd nach Profit: US-Soldat bei einer Patrouille vor der Öl-Raffinerie in in Baji, Irak (September 2003) Foto: Reuters In Afghanistan wurde zwei Jahre nach dem Überfall im Jahr 2001 die Privatisierungsagentur AISA (Afghanistan Investment Support Agency) gegründet. Der selbsternannte »One Stop Shop for Investors« organisiert bis heute Auktionen, um Aufträge und Firmen an Investoren zu verkaufen. Präsident Hamid Karsai nennt Afghanistan auf dessen Homepage »ein Land unzähliger wirtschaftlicher Möglichkeiten«. Und obwohl die afghanische Regierung ohnehin schon alles tue, um ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen, sei die Agentur ein wichtiger Schritt, um die Interessen und Bedürfnisse von Investoren zu befriedigen.

Im November 2005 beschloß Kabul, staatliche Unternehmen möglichst schnell zu verkaufen. Ähnlich wie im Irak waren sich auch im Fall von Afghanistan die Besatzer und die Weltbank einig, daß möglichst schnell alle Vorkehrungen getroffen werden sollten, um den afghanischen Markt für Investoren und Firmen attraktiv zu machen. In der Verfassung wurde verankert, daß die Regeln des freien Marktes gelten sollten. Gutachter der Weltbank schrieben Berichte über die staatlichen Unternehmen des Landes und empfahlen, sie weitgehend zu privatisieren. Die Regierung beschloß, daß ausländische Investoren problemlos 100 Prozent eines staatlichen Unternehmens kaufen können. Zuständig für die Verkäufe ist das Finanzministerium. Minister Hasrat Omar Sakhilwal kennt sich aus mit Privatisierungen: Vom Jahr 2005 bis 2009 war er Chef von AISA. Die Weltbank schätzte die Zahl der zu hundert Prozent dem Staat gehörenden Unternehmen in einem Bericht von 2004/2005 auf 71. Insgesamt hatten die Unternehmen etwa 20425 Angestellte.

Bei den Verkäufen bekam das Ministerium von 2004 bis 2009 auch »Hilfe« der USAID. Im Rahmen des Programms LTERA (Land Titling and Economic Restructuring Activitiy) wurde 25 Vorschlägen für die Schließung oder den Verkauf von staatlichen Unternehmen von der afghanischen Regierung zugestimmt. Außerdem wurden 1320 Grundstücke und Gebäude bestimmt, die privatisiert werden sollen. In 38 Auktionen wurde staatliches Eigentum für insgesamt knapp zwölf Millionen US-Dollar verkauft. Einige Sektoren wie Wasser-, Stromversorgung und Verkehr möchte das Finanzministerium vorerst unter staatlicher Kontrolle halten. Aber auch der Verkauf jener Unternehmen, die privatisiert werden sollen, geht nur schleppend voran. Der Hauptgrund, wie die Weltbank wenig überraschend feststellt, liegt in der schlechten Sicherheitssituation. Anstatt auf den Verkauf einzelner Unternehmen zu setzen, schlägt die AISA deshalb seit kurzem einen anderen Ton an, um Investoren zu überzeugen, und wirbt mit der am Boden liegenden Wirtschaft und besonders niedrigen Kosten. Die Transport- und Logistikbranche etwa sei »jungfräuliches Territorium« und biete Möglichkeiten für Investoren aller Größen und Herkunft. Denn, so AISA, das Land liege zwar geopolitisch und geographisch günstig, aber für den Transport von Waren nach Zentralasien, Iran oder Pakistan gäbe es momentan zum Beispiel nur 50 Lkw mit Kühlaggregaten. Handlungsbedarf sieht die AISA auch in Bereichen, gegen deren Ausverkauf sich das Parlament vorher gewandt hatte. Es gäbe zum Beispiel Möglichkeiten im Bergbau und bei der Energie- und Wasserversorgung, wird auf der Homepage geworben. Aufträge dieser Sektoren würden zwar hauptsächlich von der Regierung ausgeschrieben, aber Interessenten mögen sich trotzdem an die Agentur wenden, um Tips für das erfolgreiche Mitbieten zu bekommen.

Um die Arbeitslosigkeit zu verringern, hat die Agentur ebenfalls eine Idee: Investoren sollen Geld in arbeitsintensive Produktion stecken. Das könne sich lohnen, erklärt die AISA, denn die Arbeitskosten in bisherigen Billiglohnländern wie China und Indien steigen. »Internationale Industrien müssen ständig auf der Suche nach Ländern mit niedrigen Kosten sein, in die sie ihre Produktion verlagern können. Afghanistan könnte dieser neue Billigproduktionsstandort für Sie sein«, heißt es auf der Homepage. Etwa 35 Prozent der Menschen in Afghanistan sind derzeit arbeitslos. Sie sind die Leidtragenden der mangelnden Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln. Der jetzige Versuch, grundlegende Probleme der Infrastruktur von privaten Unternehmen lösen zu lassen, wird die Lage auf weitere Sicht nicht verbessern. Dasselbe gilt für die Arbeitsplätze. Der Ausverkauf wird keine langfristige Stabilität für die Bevölkerung schaffen, sondern macht sie abhängig von Investoren.

Auf Kosten der Beschäftigten

Im Jahr 2002 beschloß die 1999 von den Vereinten Nationen eingesetzte Übergangsregierung des Kosovo die Einrichtung der Kosovo Trust Agency, aus der 2008 anläßlich der einseitig ausgerufenen Unabhängigkeit die »Privatisierungsagentur des Kosovo« (PAK) hervorging. In bisher 52 Auktionen wurden 50 Prozent der staatlichen und gemeinschaftlichen Unternehmen an private Bieter verkauft. Vor allem wertvolle kamen unter den Hammer; jene Betriebe, die verkauft wurden, machen 90 Prozent des Wertes aller staatlichen Unternehmen aus. Insgesamt wurden 178 staatliche Unternehmen zum Verkauf bestimmt, teils wurden sie zerschlagen und so »neue Unternehmen« (NewCos) gebildet, so daß sich die Gesamtzahl der Betriebe erhöhte. Ahmet Shala, ehemals stellvertretender Direktor der Kosovo Trust Agency, erklärte vor einigen Jahren in einem Vortrag, der Privatisierungsprozeß habe bereits 2000 begonnen, wenige Monate, nachdem die Übergangsregierung eingesetzt wurde. Vorerst sollten die staatlichen Unternehmen wirtschaftlich flottgemacht werden. Da das Konzept aber »weder Fisch noch Fleisch« gewesen sei, wurde kurz darauf beschlossen, die Unternehmen komplett zu verscherbeln. Auch Shala erklärt, das sei einer der wichtigsten Schritte, um die Wirtschaft des Kosovo wiederzubeleben.

Was mit den Angestellten der staatlichen Unternehmen geschieht, ist für die Verantwortlichen in der Agentur zweitrangig. Shala stellt den Erfolg der Privatisierung anhand von drei beispielhaften Unternehmen dar, die er X, Y und Z nennt. Im Unternehmen X arbeiteten vor dem Verkauf im Jahr 2002 254 Menschen, danach noch 92. Im Unternehmen Y wurden von 56 Angestellten nach der Privatisierung 18 entlassen. Beide Firmen wurden profitabler. Im Unternehmen Z sei es sogar »noch besser« gelaufen, meint Shala: Hier wurden 16 neue Arbeiter angestellt. Insgesamt kann von einer gesunden Wirtschaft keine Rede sein. Zehn Jahre, nachdem die Übergangsregierung mit dem Ausverkauf begonnen hat, ist mindestens die Hälfte der Menschen im Kosovo arbeitslos….

http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=19201&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=23c934792c

Über USAID fonds, wie dem AAEF, die Amerikanischen Handelskammer wird die Plünderung und der Diebstahl mit korrupten Politikern organisiert, auch um Gelder aus dem Drogenhandel zu waschen.

Stürzt die EU ab, mit dem Griechischen, Britischen, Italienischen und Spanischen Finanz Desaster

März 31, 2010 1 Kommentar

EU warnt: Großbritannien vor griechischen Verhältnissen

Die Europäische Kommission warnte, die britische Regierung würde in eine mit Griechenland vergleichbare Lage geraten, falls sie sie sich nicht stärker um die Durchsetzung von Sparmaßnahmen bemühe.

IMF head: Europe risks falling behind US, Asia

31/03/2010

If the EU does not act swiftly, Europe may find itself in the second tier of economic powers in a decade or so, IMF Managing Director Dominique Strauss-Kahn warned. He also strongly urged Romania to adopt the euro.

(Financiarul, Nine O’clock, Actmedia – 31/03/10; AFP, AP, Reuters, Bloomberg, Telegraph, HotNews.ro – 30/03/10; IMF 29/03/10)

photoIMF Managing Director Dominique Strauss-Kahn (right, with Romanian Senate Chairman Mircea Geoana) spoke to parliament Tuesday (March 30th). [Gabrial Petrescu/SETimes]

Europe needs to take quick action, or risk of dropping out of the top economic division within a decade or two, IMF Managing Director Dominique Strauss-Kahn warned during a brief visit to Romania on Tuesday (March 30th).

„The risk for European economies is to be in the second league,“ AFP quoted Strauss-Kahn saying in an address to students at the Academy of Economic Studies in Bucharest. „There is a probability that, if Europeans do not act swiftly … the [economic] fight will be between the US and Asia, while Europe will be left aside.“

He also warned that Europe — hard hit by the recent global recession — is coming out of the crisis more slowly than other parts of the world.

„Recovery is going fast in some parts of the world, such as Asia, not so bad in Latin America and will probably accelerate in the United States,“ said Strauss-Kahn, noting „Europe is still lagging behind.“

Strauss-Kahn told the business students that strengthening global co-operation is of vital importance, as world markets could be hit by another crisis at some point in the future. Part of the solution for Romania, he said, would be adopting the euro, even though current conditions make that difficult. The current target date for Romania to join the eurozone is 2015.

Separately, he told parliament members that steps are needed to strengthen policy co-ordination among the 16 EU nations using the euro.

„Problems like the Greek one, which I do think the EU will be able to overcome, come from the fact that 16 countries have a single currency, but they don’t have a single economic policy.“

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